Bio-Boom: Geschäft mit Textilien aus Fairtrade-Baumwolle wächst um 45 Prozent

Das Geschäft mit fair gehandelten Waren ist zwar noch weit davon entfernt, im Gesamtvolumen eine relevante Größe darzustellen, trotzdem wächst es seit Jahren beständig. 2017, 25 Jahre nach Einführung von Fairtrade-gesiegelten Produkten, wurden damit in Deutschland rund 1,33 Milliarden Euro umgesetzt. Um ordentliche 15 Prozent legte der Handel zuletzt zu, wie der Verein TransFair berichtet.

Neben den Top-Produkten des Segments wie Kaffee, Kakao, Südfrüchte oder Blumen, verkaufen sich auch immer mehr Textilien. Mit rund zwölf Millionen verkauften Einkaufstaschen, T-Shirts, Bettwäsche und Handtüchern aus fairer Baumwolle wuchs der Sektor zuletzt um satte 45 Prozent. Erfreulich sei vor allem die Entwicklung bei der Beschaffung von Berufsbekleidung, so TransFair. So trügen beispielsweise Kaufland- und Ferrero-Mitarbeiter bereits Kleidungsstücke aus Fairtrade-zertifizierter Baumwolle.

Eine Entwicklung, die nach Ansicht vieler Aktivisten weiter forciert werden soll. Ein neuer „Fairtrade-Textilstandard“ verspricht einen festen Zeitrahmen für existenzsichernde Löhne und soll sich über kurz oder lang in der gesamten Textilbranche durchsetzen. In Deutschland haben sich nach Angaben von TransFair bereits die Modeanbieter Brands Fashion, Melawear und 3Freunde zu dem Programm bekannt.

„Was für uns selbstverständlich ist, muss für Näherinnen, Baumwollbauern, Bananenarbeiter oder Kaffeebauern ebenfalls erreichbar werden: Die Achtung ihrer Menschenrechte und dazu gehört ein existenzsicherndes Einkommen. Wir alle müssen bereit sein, mehr Geld für nachhaltige Produkte auszugeben, um ausbeuterische Bedingungen in globalen Lieferketten zu beenden", so der TransFair-Vorstandsvorsitzende Dieter Overath.

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