Bitkom-Studie: Online-Shopper wollen Rabatte und Umweltschutz

Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Deutschen Digitalverbands Bitkom unter 1.087 Internetnutzern ab 16 Jahren will die Mehrheit der Online-Shopper beides: günstige Preise und mehr Umweltschutz.

Rabatte am wichtigsten

Mit Black Friday und Cyber Monday stehen die konsumstärksten Online-Shopping Tage bevor und der Auftakt zum Weihnachtsgeschäft. Vor allem im Internet locken viele Händler mit Rabatten und tun damit genau das, was Konsumenten derzeit erwarten: Immerhin 77 Prozent der Online-Shopper in Deutschland geben an, bei der Shop-Wahl zuallererst auf den Preis zu achten. Vor allem die jungen Online-Shopper halten nach Schnäppchen Ausschau: Für 81 Prozent der 16- bis 29-Jährigen ist der Preis das entscheidende Kriterium. Fast die Hälfte (46 Prozent) aller Online-Shopper sind außerdem bereit, ihre Daten für Rabatte zur Verfügung zu stellen – und mehr als jeder Zweite (54 Prozent) unter den 16- bis 29-Jährigen.

Shoppen per Smartphone steigt weiter

Zu den mittlerweile beliebtesten Online-Shopping-Devices gehört das Smartphone. Mehr als jeder zweite Online-Shopper damit ein. Mobile Shopping hat sich in den vergangenen fünf Jahren (2014: 20 Prozent) mehr als verdoppelt und ist heute fast so verbreitet wie der Kauf per Laptop (57 Prozent). Die jungen Online-Käufer sind besonders mobil: 81 Prozent der 16- bis 29-Jährigen gehen mit ihrem Smartphone auf Shoppingtour, bei den Älteren setzen 36 Prozent der 50- bis 64-Jährigen auf das mobile Shopping-Erlebnis – und 14 Prozent der Generation 65 plus. Insgesamt kaufen 94 Prozent aller Internetnutzer ab 16 Jahren im Netz ein – das entspricht 55 Millionen Bundesbürgern. Jeder dritte davon (34 Prozent) tut dies mindestens einmal in der Woche.

Kleidung führt Liste der Topprodukte an

Zu den gefragtesten Produkten im Internet zählen Kleidung, Schuhe und Accessoires: 93 Prozent der Online-Shopper setzen diese Kategorien auf Platz eins. Elektronische Haushaltsgeräte folgen mit 81 Prozent auf dem zweiten Platz, Bücher bzw. Hörbücher (79 Prozent) auf dem dritten Rang. Dahinter liegen mit 72 Prozent Kosmetikartikel, Parfum und Pflegeprodukte, Möbel kommen auf 71 Prozent, Smartphones auf 69 Prozent, Computer auf 67 Prozent. 33 Prozent der Online-Shopper kaufen Erotik-Artikel im Internet und 14 Prozent haben dort schon einmal ein Auto erworben.

Onlineshopping versus Nachhaltigkeit

Rund 11 Prozent aller im Internet bestellten Waren werden jedoch wieder zum Händler zurückgeschickt. Mehr als jede fünfte Internetshopperin (22 Prozent) gibt an, manchmal oder sogar regelmäßig mit der Absicht zu bestellen, die Ware wieder zurückzuschicken – etwa, wenn es um Kleidung in mehreren Größen geht. Bei den Männern sind es 17 Prozent. Gleichzeitig interessieren sich immer mehr Online-Shopper – die Frauen dabei tendenziell etwas stärker als die Männer - für Nachhaltigkeit. 59 Prozent der weiblichen und 55 Prozent der männlichen Online-Shopper geben an, angeregt von der öffentlichen Debatte um den Klimawandel seltener Retouren zu verursachen. Die jungen Online-Shopperinnen von 16- bis 29 Jahren sorgen mit 16 Prozent für die meisten Rücksendungen, Männer ab 50 Jahren weisen mit 5 Prozent die niedrigste Retourenquote auf.

Jeder vierte Online-Shopper (24 Prozent) und sogar fast jede dritte Online-Shopperin (30 Prozent) sagen, aus Gründen des Klimaschutzes grundsätzlich weniger im Internet zu bestellen. Zunehmend wichtig wird auch, wo und unter welchen Umständen ein Produkt hergestellt wurde und wieviel Verpackung es benötigt. 48 Prozent der Online-Shopper und 57 Prozent der Online-Shopperinnen geben an, für eine umweltfreundliche Verpackung einen Aufpreis in Kauf zu nehmen. Doch auch die Händler seien in der Pflicht: 9 von 10 Internetkäufern (92 Prozent) fordern, möglichst viele Produkte in denselben Karton zu packen. 84 Prozent monieren, die Kartons seien für die einzelnen Produkte oft viel zu groß. 70 Prozent fühlen sich von dem vielen Verpackungsmüll gestört.

Stationärer Handel muss sich neu erfinden

Viele Internetnutzer machen sich um den stationären Handel in Einkaufszentren und Fußgängerzonen Sorgen: 75 Prozent meinen, der stationäre Handel müsse sich neu erfinden und 68 Prozent, dass er mit den günstigen Preisen im Internet nicht mithalten kann. Befragt nach der Zukunft des Einkaufens im Jahr 2030 sehen viele Internetnutzer einen gestiegenen Komfort – sowohl online als auch offline. So meinen 59 Prozent, dass sich viele Waren wie Kleidung oder Möbel Zuhause per Virtual Reality testen lassen. Ebenso viele gehen davon aus, dass Kassen aus Läden verschwinden werden und der Bezahlvorgang beim Verlassen des Geschäfts automatisch abläuft.

Foto: Amazon

 

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