Bogner plant Abbau von 150 Stellen trotz Gewinnsteigerung

Die Willy Bogner GmbH & Co. KGaA hat ihren Wachstumskurs im Geschäftsjahr 2019/20 fortgesetzt. Dennoch werden infolge des Performance-Programms 150 Stellen abgebaut, teilte der Münchner Bekleidungsanbieter am Donnerstag mit.

Bogner habe bereits vor dem Coronavirus-Ausbruch ein Performance-Programm mit der Unternehmensberatung Ernst & Young ausgearbeitet um das Unternehmen dauerhaft ertragsfähiger zu machen. Die Pandemie habe die Dringlichkeit zur Umsetzung jetzt erhöht, so Bogner.

Performance-Programm zieht Stellenabbau und Headquarter-Verkauf nach sich

Rund 150 Arbeitsplätze sollen in einem Zeitraum von zwei Jahren wegfallen. Besonders davon betroffen sind die Verwaltung in München und die firmeneigene Logistik. In einem ersten Schritt sollen bis Mitte nächsten Jahres rund 80 Verwaltungsstellen abgebaut werden. Darüber hinaus soll das Logistikzentrum in Heimstetten innerhalb der nächsten zwei Jahre schließen und an einen Dienstleister ausgelagert werden. Ziel sei es, dass möglichst viele der rund 70 Logistik-Mitarbeiter von dem Dienstleister übernommen werden.

„Logistik ist nicht unser Kerngeschäft. Wir können diese in der heute vorhandenen Struktur nicht so effizient und so flexibel betreiben wie wir es für unser Geschäftsmodell benötigen”, sagt eine Bogner-Sprecherin auf Anfrage von FashionUnited.

Außerdem soll das Gebäude der Unternehmenszentrale in der Münchner St.-Veit-Straße veräußert werden. Der Verkauf ist ebenfalls Teil des Programms. Die Details der Maßnahmen werden in Gesprächen mit dem Betriebsrat definiert.

„Uns ist wichtig, den geplanten Stellenabbau fair und wertschätzend umzusetzen“, sagt Bogner Co-CEO Gerrit Schneider. „Bogner ist in München verwurzelt. Wir wollen unser globales Wachstum aus München heraus vorantreiben.“

Bogner erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Konzernumsatz von 163 Millionen Euro und einen Gewinn vor Steuern von 2,6 Millionen Euro. Das Unternehmen steigerte gegenüber dem letzten vergleichbaren Geschäftsjahr 2017/18 den bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um sieben Prozent auf 11 Millionen Euro.

„Das Geschäftsjahr 2019/2020 zeigt: Unsere Strategie geht auf und wir gewinnen an Fahrt. Wir wachsen auf allen Kanälen und in allen Regionen“, sagt Bogner Co-CEO Heinz Hackl. Bogner will seine Marken weiter ausbauen und noch zielgerichteter im Luxusmarkt, der insbesonderen in den USA und Asien wächst, positionieren.

Das Unternehmen sei stabil in die Corona-Krise gegangen, habe schnell und flexibel auf den Lockdown reagiert und konsequent gegengesteuert, ergänzt Schneider.

Dieser Beitrag wurde mit Details zum Verkauf der Firmenzentrale am 24. Juli um 11:35 aktualisiert.

Foto: Bogner Pressroom

 

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