Branchenverband von Inditex und Mango fordert Maßnahmen gegen Unruhen in Barcelona

Nach den schweren Ausschreitungen im Zentrum von Barcelona am vergangenen Wochenende hat sich die Asociación Retail Textil España (Arte) zu Wort gemeldet. Der spanische Branchenverband vertritt große im Land tätige Mode- und Schuhketten und sprach allen von der Gewalt betroffenen Einzelhändler:innen öffentlich seine Unterstützung aus. Zugleich forderte Arte wirksame Maßnahmen, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen.

Der Wirtschaftsverband veröffentlichte seine Stellungnahme am Sonntag, nur wenige Stunden nach den Krawallen rund um die zentrale Plaça de Catalunya am Abend des 24. Oktober. Barcelona erlebte damit ein weiteres Kapitel jener Gewaltwelle, die seit Wochen die Straßen großer europäischer Städte erfasst.

„Wir bei Arte verurteilen die Vorfälle von Gewalt, Zerstörung und Plünderung in Barcelona aufs Schärfste“, erklärte der Modehandelsverband. Die Behörden müssten die Koordination und die nötigen Maßnahmen verstärken, um neue Vorfälle zu verhindern. Hinter jedem Geschäft stünden Menschen und Arbeitsplätze, die Sicherheit von Beschäftigten und Kund:innen müsse daher Priorität haben. Keine Forderung könne „Gewalt oder Angriffe gegen den Einzelhandel rechtfertigen“.

Bilanz: 128 Festnahmen und 23 verwüstete Geschäfte

Arte vertritt unter anderem die spanischen Modekonzerne Inditex, Mango und Tendam sowie den schwedischen Modehändler H&M. Laut einer ersten Bilanz des Stadtrats von Barcelona waren insgesamt 524 Einsatzkräfte der Regionalpolizei Mossos d’Esquadra und der Stadtpolizei Guàrdia Urbana im Einsatz, nachdem über soziale Medien zu Demonstrationen aufgerufen worden war. Ab etwa 18 Uhr gingen sie gegen Gruppen Vermummter vor, die Gegenstände warfen, Müllcontainer in Brand setzten und Geschäfte in der Innenstadt plünderten. Die Ausschreitungen dauerten bis etwa 22 Uhr an.

Die Polizei nahm 128 Personen fest, 72 von ihnen waren minderjährig. Zudem wurden 14 Polizist:innen verletzt, vier davon schwer. Insgesamt wurden 23 Geschäfte verwüstet. Der Stadtrat kündigte rechtliche Schritte gegen alle volljährigen Festgenommenen sowie gegen die Erziehungsberechtigten der Minderjährigen an.

„Wir werden nicht zulassen, dass die Stadt Barcelona verwüstet wird oder Menschen auf unseren Straßen eingeschüchtert werden“, erklärte Bürgermeister Jaume Collboni. Er habe bereits mit Vertreter:innen betroffener Unternehmen gesprochen, um ihnen die Unterstützung der Stadt zuzusichern. Die Ausschreitungen seien keine normale Demonstration gewesen, sondern „das Ergebnis von Bewegungen, die derzeit ganz Europa erfassen“.


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