Brexit: Luxusunternehmen spüren Auswirkungen

Luxuseinzelhändler gehören zu den Unternehmen, die in direkter Folge vom Austritt Großbritanniens aus der EU betroffen sind. So reichten Verluste am Freitag von 3 Prozent beim britischen Luxusmodehaus Burberry bis zu 4 Prozent für das italienische Luxusunternehmen Prada, 6 Prozent für den französischen Luxuskonzern LVMH und 7 Prozent für das französische Luxusunternehmen Dior.

„Die negativen Auswirkungen auf die Luxus- und Modebranche sind zum Teil auf die Abwertung des Pfund Sterlings zurückzuführen. Die meisten Burberry-Produkte Zum Beispiel werden in Italien beschafft und hergestellt, um eine hohe Qualität beizubehalten. Deshalb werden 65 Prozent von Burberrys Kosten in Euro berechnet.“

Qing Wang, Direktor, Warwick Luxury & Innovation Hub

Kaum 24 Stunden nachdem 52 Prozent aller Briten sich für einen Austritt aus der EU entschieden, fiel das britische Pfund auf den tiefsten Stand seit 30 Jahren, wodurch sich importierte Luxusgüter verteuerten. Zudem bekommen wohlhabende Kunden die Auswirkungen des zusätzlichen Drucks auf die Weltmärkte zu spüren, da ihr Vermögen direkt von Marktfluktuationen abhängt, so CNBC-Analysten .

Herstellungskosten werden steigen

„Die negativen Auswirkungen auf die Luxus- und Modebranche sind zum Teil auf die Abwertung des Pfund Sterlings zurückzuführen. Die meisten Burberry-Produkte Zum Beispiel werden in Italien beschafft und hergestellt, um eine hohe Qualität beizubehalten. Deshalb werden 65 Prozent von Burberrys Kosten in Euro berechnet. Außerdem ist die Luxus- und Modebranche durch die jetzt größere Behinderung des Austauschs kreativer und Design-Talente zwischen der EU und Großbritannien vom Brexit betroffen. Es wird erwartet, dass viele Top-Designer London verlassen werden, um in Paris oder Mailand nach einer lockeren Atmosphäre zu suchen“, erklärte Qing Wang, Professor für Marketing und Innovation der Warwick Business School und Direktor des Warwick Luxury & Innovation Hub der Universität von Warwick, gegenüber dem ‘Observer’.

„Unternehmen werden ihre Ware vom Zoll 'auslösen' müssen, wodurch sich Beschaffungszeiten und Lieferzeiten an die Geschäfte verlängern werden“, stellte Hana Ben-Shabat fest, Partner des Einzelhandels- und Verbraucherbereichs von A.T. Kearney. „Für Designer in Großbritannien werden die Kosten für in der EU beschaffte Rohmaterialien steigen.“

Kering und Hugo Boss sind am meisten vom Brexit betroffen

Seit Donnerstag fiel der Aktienpreis des Pariser Luxuskonzerns Kering um 9,3 Prozent, woraufhin das Unternehmen eine Erklärung abgab, die Zuversicht verbreiten sollte: „Auch wenn es noch zu früh ist, einen Kommentar zu den Auswirkungen dieses Referendums auf den Luxusmarkt abzugeben, ist Kering zuversichtlich, sich diesen neuen Umständen anpassen zu können.“

Das Luxusmodehaus Hugo Boss litt am meisten, seit sich ein möglicher Austritt Großbritanniens am 23. Juni abzeichnete: Sein Aktienpreis fand sich im freien Fall wieder und ging um 17 Prozent zurück. Laut Analysten der Financial Times reflektiert der Abstieg in diesem Falle aber weniger das Ergebnis der britischen Geschäfte des Unternehmens, sondern den allgemeinen wirtschaftlichen Schock.

„Nur rund 10-12 Prozent von Hugo Boss’s Umsatz geht auf Großbritannien zurück, also glaube ich, dass der Fall des Aktienpreises wahrscheinlich mehr mit der Angst vor einer allgemeinen Verlangsamung des Umsatzes mit Luxusgütern zu tun hat als mit dem Brexit-Ergebnis“, sagte Claire Huff, Analystin von RBC Capital Markets, wie in der Financial Times berichtet.

Die britische und europäische Modewelt hatte sich bereits direkt nach dem Ergebnis des Referendums deutlich zum Ergebnis geäußert.

Foto:Hugo Boss, offizielle Website
 

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