Brunello Cucinelli erwartet für 2026 Umsatzwachstum von zwölf Prozent
Die Ergebnisse der ersten neun Monate des Jahres veranlassen das italienische Modehaus Brunello Cucinelli, seine Prognose für 2026 erneut anzuheben. Das Unternehmen rechnet nun mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von zwölf Prozent, nachdem bislang zehn bis elf Prozent erwartet worden waren.
In den ersten neun Monaten belief sich der Umsatz auf 1,12 Milliarden Euro. Dies entspricht einem währungsbereinigten Wachstum von 13,3 Prozent und einem Zuwachs von 10,2 Prozent zu aktuellen Wechselkursen. Im dritten Quartal betrug der Umsatz 374,2 Millionen Euro, was einem währungsbereinigten Anstieg von 13,5 Prozent entspricht.
Der Retail-Kanal verzeichnete in den ersten neun Monaten einen Umsatz von 741,0 Millionen Euro und damit ein währungsbereinigtes Plus von 19 Prozent. In allen Quartalen wurde ein starkes Wachstum erzielt. Im dritten Quartal lag der währungsbereinigte Zuwachs bei 17 Prozent. Zudem wurden in allen Regionen zweistellige Wachstumsraten verzeichnet.
Der Wholesale-Kanal erzielte einen Umsatz von 382,6 Millionen Euro und bestätigte damit ein sehr solides Ergebnis. Zum 30. September 2026 lag das währungsbereinigte Wachstum bei vier Prozent, im dritten Quartal bei sieben Prozent.
Alle Regionen von Wachstum geprägt
Alle geografischen Regionen entwickelten sich positiv. Die währungsbereinigten Umsätze stiegen in den Amerikas um 20 Prozent, in Europa um sieben Prozent und in Asien um 14 Prozent. China leistete dabei einen wesentlichen Beitrag.
Brunello Cucinelli, Executive Chairman und Creative Director des Modehauses, zeigte sich angesichts der Geschäftsentwicklung zufrieden. Das weltweite Markenimage verkörpere zunehmend die Vorstellung von absolutem Luxus ohne Logo. Die Marke solle für Authentizität, Stil, Vertrautheit und Schlichtheit stehen. Zugleich seien handwerkliche Exzellenz, Qualität, Kreativität, Zeitgeist und Exklusivität zentrale Bestandteile der Produktphilosophie, wobei insbesondere die Exklusivität von größter Bedeutung sei.
Cucinelli betonte außerdem, dass die Marke bewusst keine Massenbekanntheit anstrebe. Die Kontrolle durch die Familie ermögliche eine langfristige Planung. Ziel sei es, den guten Ruf des Hauses zu bewahren und den Fortbestand der Marke über Jahrzehnte hinweg zu sichern.
Das Management verwies zudem auf Maßnahmen, die in der zweiten Jahreshälfte 2025 umgesetzt wurden. Dazu zählten die Verlegung der Flagship-Stores in Paris in die Rue Saint-Honoré und in Los Angeles auf den Rodeo Drive sowie die Erweiterung des Standorts in der Bond Street in London.
Auch mit der Entwicklung der Online-Boutique zeigte sich Cucinelli zufrieden. Nach dem Start der neuen Website, die auf der Plattform für künstliche Intelligenz „Callimacus“ basiert, habe sich das digitale Geschäft positiv entwickelt. Neben dem Umsatzwachstum lege das Unternehmen großen Wert auf die Bildqualität und die stärkere Verknüpfung des digitalen Einkaufserlebnisses mit den physischen Boutiquen. Zunehmend würden Kund die Geschäfte besuchen, nachdem sie Produkte zuvor in der Online-Boutique entdeckt und ausgewählt hätten.
In Europa belief sich der Umsatz auf 393,9 Millionen Euro. Dies entspricht einem währungsbereinigten Anstieg von sieben Prozent gegenüber den ersten neun Monaten des Jahres 2025. Zu aktuellen Wechselkursen betrug der Zuwachs sechs Prozent. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz lag bei 35,1 Prozent.
In Amerika erzielte das Modehaus einen Umsatz von 418,3 Millionen Euro. Damit stieg der Umsatz währungsbereinigt um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu aktuellen Wechselkursen betrug der Zuwachs 14 Prozent. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz belief sich auf 37,2 Prozent.
In Asien erreichte der Umsatz 311,4 Millionen Euro. Dies entspricht einem währungsbereinigten Wachstum von 14 Prozent gegenüber den ersten neun Monaten des Jahres 2025. Zu aktuellen Wechselkursen betrug der Zuwachs zehn Prozent. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz lag bei 27,7 Prozent.
In Asien wurde in allen Quartalen des Jahres ein zweistelliges Wachstum verzeichnet. Das Wachstumstempo im dritten Quartal entsprach dabei dem des zweiten Quartals.
China bleibt einer der wichtigsten Wachstumsmotoren der Region. Laut Mitteilung verzeichnete das Unternehmen dort stark steigende Umsätze. Zudem gewinne der Einzelhandel zunehmend an Bedeutung für den Konzernumsatz.
Auch Japan und Südkorea entwickelten sich weiterhin positiv. Das Wachstum wurde dort hauptsächlich von der lokalen Kundschaft getragen. Im Nahen Osten verlief das Geschäft im dritten Quartal solide. Die Entwicklung war dabei von der üblichen Nebensaison im Juli und August sowie einer geringeren Zahl internationaler Tourist geprägt.
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