Brunello Cucinelli wächst im ersten Halbjahr um 13,3 Prozent und hebt Jahresprognose an
Das italienische Modehaus Brunello Cucinelli ist im ersten Halbjahr zweistellig gewachsen und blickt nun optimistischer auf das Gesamtjahr.
Der Umsatz stieg in den sechs Monaten bis zum 30. Juni auf 749,4 Millionen Euro. Währungsbereinigt entspricht das einem Wachstum von 13,3 Prozent, zu aktuellen Wechselkursen von 9,5 Prozent, teilte Brunello Cucinelli am Donnerstag mit.
Der Retail-Kanal habe währungsbereinigt um 19,3 Prozent auf 499,8 Millionen Euro zugelegt, in allen wichtigen Märkten sei das Wachstum zweistellig ausgefallen. Im zweiten Quartal habe der Kanal währungsbereinigt 18,6 Prozent mehr erlöst. Zum 30. Juni habe das Netzwerk 141 direkt betriebene Boutiquen umfasst. Im zweiten Quartal sei eine neue Boutique in Vancouver im Stadtteil Oakridge eröffnet worden.
Der Wholesale-Kanal habe sich in beiden Quartalen solide entwickelt und zum 30. Juni währungsbereinigt um 2,7 Prozent auf 249,6 Millionen Euro zugelegt.
Nettogewinn steigt um zwei Prozent auf 78,2 Millionen Euro
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe sich auf 128,2 Millionen Euro belaufen, nach 113,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspreche einem Anstieg von 12,6 Prozent. Die operative Marge sei von 16,6 auf 17,1 Prozent gestiegen.
Der Nettogewinn habe bei 78,2 Millionen Euro gelegen und damit zwei Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die Umsatzrendite habe 10,4 Prozent betragen. Dass der Gewinn deutlich langsamer zulegte als das operative Ergebnis, erklärt das Unternehmen mit höheren Finanzaufwendungen. Im Vorjahr hätten Währungsgewinne von 12,4 Millionen Euro das Ergebnis gestützt, in diesem Jahr seien es 1,3 Millionen Euro gewesen.
„Wir haben das erste Halbjahr mit Ergebnissen abgeschlossen, die wir als wirklich außergewöhnlich betrachten. Wir haben den Eindruck, dass die Marke weltweit eine ausgesprochen günstige Phase erlebt. Unsere Boutiquen verkörpern unsere stilistische Identität, unsere Arbeitsweise, unsere Art, mit Menschen umzugehen, und letztlich den Lebensstil, an den wir immer geglaubt haben", sagte Brunello Cucinelli, Executive Chairman des Modehauses, in der Mitteilung.
Prognose für 2026 auf zehn bis elf Prozent angehoben
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von zehn bis elf Prozent. Ursprünglich war es von zehn Prozent ausgegangen. Für 2027 hält es an der Erwartung von rund zehn Prozent fest.
„Der Auftragseingang für die Herren- und Damenkollektionen für Frühjahr/Sommer 2027 war ausgezeichnet. Ebenso erfreulich verlief der Verkaufsstart der Kollektionen für Herbst/Winter 2026, die nun in unseren Boutiquen verfügbar sind. Ermutigt von diesen ausgesprochen positiven Indikatoren heben wir unsere Prognose für das Gesamtjahr 2026 an und erwarten nun ein Wachstum von zehn bis elf Prozent statt zehn Prozent. Auch für 2027 bleiben wir sehr zuversichtlich und rechnen mit einem gesunden Wachstum von rund zehn Prozent", ergänzte Cucinelli.
Amerika und Asien treiben das Wachstum
In Amerika sei der Umsatz auf 278,7 Millionen Euro gestiegen. Währungsbereinigt entspreche das einem Wachstum von 20,6 Prozent, zu aktuellen Wechselkursen von 13,6 Prozent. Auf die Region seien 37,2 Prozent des Konzernumsatzes entfallen.
In Asien habe der Umsatz 215,1 Millionen Euro erreicht, währungsbereinigt 14,1 Prozent und zu aktuellen Kursen zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Beide Regionen seien weiterhin die wichtigsten Wachstumstreiber des Unternehmens. Als einen der zentralen Treiber in Asien nennt das Modehaus China.
Europa habe mit 255,6 Millionen Euro den positiven Trend bestätigt, währungsbereinigt ein Plus von 5,3 Prozent und zu aktuellen Kursen von 5,1 Prozent. Auf die Region seien 34,1 Prozent des Umsatzes entfallen, getragen vor allem von einem zweistellig gewachsenen Einzelhandelsgeschäft mit lokaler Kundschaft.
Die Investitionen hätten im ersten Halbjahr 57,2 Millionen Euro betragen, nach 63,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Nettofinanzverschuldung des operativen Geschäfts habe zum 30. Juni bei 225,1 Millionen Euro gelegen, gegenüber 197,2 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Bis zum Jahresende erwartet das Unternehmen einen merklichen Rückgang. Zum Stichtag habe die Gruppe 3.543 Vollzeitstellen gezählt, nach 3.283 im Vorjahr.
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