Ein ungeordneter Brexit könnte Wirtschaftsvertretern zufolge spürbare Einschränkungen für britische Verbraucher bedeuten. Britische Häfen- und Flughäfen wären bei einem ungeordneten Austritt Großbritanniens aus der EU «komplett verstopft» und Lieferketten vieler Unternehmen unterbrochen, warnte die deutsch-britische Industrie- und Handelskammer (IHK) am Donnerstag im Südwestrundfunk. Die Bevölkerung werde «relativ schnell merken, dass gewisse Waren knapper werden und dass manche Regale unter Umständen leer bleiben», sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Hoppe.

Großbritannien hat angekündigt, am 29. März 2019 die EU zu verlassen der Streit über den Austritt spitzt sich aber zu. Erst am Mittwochabend überstand Premierministerin Theresa May ein Misstrauensvotum im britischen Parlament. Eine Abstimmung der Abgeordneten über ihren Brexit-Deal mit Brüssel wurde zudem auf spätestens 21. Januar verschoben.

Selbst die Vorräte, die große Unternehmen für den Fall eines harten Brexit ohne Abkommen angelegt hätten, reichten höchstens mehrere Wochen, mahnte Hoppe: «Gerade die kleineren Unternehmen haben nicht die Finanzmittel, jetzt teure Lagerkapazitäten anzumieten. Deswegen ist dann schon mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen.»

Sollte der Brexit-Deal in der Abstimmung nicht vom britischen Parlament angenommen werden, erwartet Hoppe daher eine Notbremsung. «Man darf nicht vergessen, dass die Mehrheit der Abgeordneten im House of Commons - also von allen Seiten - eigentlich keinen harten Brexit wollen», sagte Hoppe. «Dann werden, glaube ich, alle Abgeordneten zusammen entscheiden, dass ein Austritt erst mal verschoben werden muss.» (dpa)

 

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