Deutschland: Umsatz im Einzelhandel gesunken – Hohe Spritpreise bremsen
Der Einzelhandel in Deutschland hat im September überraschend einen Rückschlag verzeichnet. Preisbereinigt (real) gingen die Umsätze um 2,0 Prozent im Monatsvergleich zurück, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Analyst:innen wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten im Schnitt einen Anstieg um 0,4 Prozent erwartet.
Die Umsatzentwicklung im Vormonat war zudem etwas schwächer als bisher bekannt ausgefallen. Das Bundesamt hat die Daten für August leicht nach unten revidiert. Demnach stiegen die Erlöse nur um 1,2 Prozent, nachdem zuvor ein Zuwachs um 1,3 Prozent gemeldet worden war.
Der reale kalender- und saisonbereinigte Umsatz der Tankstellen sank im September gegenüber dem Vormonat um 3,4 Prozent, heißt es in der Mitteilung. Der Umsatz im Einzelhandel mit Lebensmitteln ging im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent zurück.
„Die hohen Spritpreise hinterlassen Spuren beim privaten Konsum“, kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank die Umsatzdaten. Auch wenn der September seiner Einschätzung nach „auf ganzer Linie enttäuscht“ habe, sei das dritte Quartal für die Einzelhändler in Anbetracht der widrigen Umstände insgesamt positiv verlaufen. „Die Einzelhandelsumsätze für den September mahnen aber dennoch zur Vorsicht“, sagte Gitzel.
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