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Dürre in den USA: Baumwollpreise explodieren

Von AFP

23. März 2022

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Baumwollernte in Lousiana. Bild: Karl Wiggers von Unsplash.

Die anhaltende Dürre in den Zentralregionen der Vereinigten Staaten hat den Baumwollpreis auf den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren getrieben.

Die Pflanzenfaser kostete dem führenden US-Futures-Kontrakt zufolge bis zu 1,3171 US-Dollar (etwa 1,19 Euro) pro Pfund seit Wochenbeginn– 7 Prozent mehr als am Vortag und fast 50 Prozent mehr als der Stand Mitte September. Ein höherer Kurs wurde das letzte Mal im Juli 2011 verzeichnet.

Rund 40 Prozent der US-amerikanischen Baumwolle wird im Nordwesten von Texas produziert, wo seit Anfang Januar ein außergewöhnlicher Niederschlagsmangel herrscht. Die Baumwolle wird je nach Region von März bis Juni gepflanzt. „Die Erntemenge wird also sehr unsicher sein", erklärte Baumwollspezialist und Professor an der Texas A&M University John Robinson. Viele vergleichen die derzeitigen Wetterbedingungen bereits mit der Dürre 2011 – der schlimmsten, die die Baumwollindustrie in den USA bisher erlebt hat.

Damals waren die Baumwollpreise auf bis zu 2,27 US-Dollar (etwa 2,06 Euro) pro Pfund gestiegen. Die Dürre trifft auf einen ohnehin schon angeschlagenen Markt, denn die Nachfrage nach Baumwolltextilien sind aufgrund der Pandemie und der Tatsache, dass Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen, gestiegen. Hinzu kommt, dass China, der mit Abstand größte Produzent und Importeur von Baumwolle der Welt, seine Nachfrage erhöht hat. Die USA produzieren etwa 17 Prozent der globalen Baumwolle.

Außerdem schoss der Preis für Pestizide, die im Baumwollanbau eingesetzt werden, in die Höhe. Grund dafür ist der Preisanstieg von Erdöl, aus dem die Pestizide gewonnen werden.

Während die hohen Baumwollpreise eigentlich zu einer deutlichen Ausweitung der Anbauflächen in den USA führen könnten, dürften die Kosten für Pestizide dieses Wachstum begrenzen, erklärte Arlan Suderman vom Broker StoneX im Lokalsender des öffentlich-rechtlichen Senders PBS in Iowa.

Laut John Robinson treibt auch eine Welle spekulativer Käufe den Preisanstieg der Baumwolle an. „Die Dynamik ist ähnlich wie bei vielen Rohstoffen", fasste Arlan Suderman mit Blick auf Spekulanten zusammen. (AFP)

Dieser übersetzte Beitrag erschien zuvor auf FashionUnited.fr.

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