Beim Modehändler OVS, dem Nachfolger von Charles Vögele in der Schweiz, könnte es Medienberichten zufolge zu Entlassungswellen kommen.

Die Sempione Fashion AG, unter der die vom italienischen Fashionkonzern OVS Spa übernommenen Schweizer Charles Vögele zusammengefasst sind, hat vor möglichen Entlassungen das Gespräch mit den Arbeitnehmervertretern in einem sogenannten Konsultationsverfahren gesucht. Vergangene Woche hatte sich die Sempione Fashion AG bereits in ein Schutzschirmverfahren geflüchtet, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten und Liquidationsverkäufe durchzuführen.

“Das Konsultationsverfahren ist die logische Konsequenz des laufenden Verfahrens. Es wird höchstwahrscheinlich zu Entlassungen kommen und dann muss dieses Verfahren eingeleitet werden", sagte ein Sprecher von Sempione gegenüber dem Schweizer Finanznachrichtendienst AWP. Er bestätigte damit auch einen Bericht der Nachrichtenseite "20 Minuten”, der sich auf einen Brief an die Mitarbeiter berief.

Während der Nachlassstundung kann der Geschäftsbetrieb bis zu vier Monaten aufrechterhalten werden und Liquidationsverkäufe sollen die finanzielle Lage verbessern. Das hatte OVS und Anteilseigner von Sempione Fashion vergangene Woche mitgeteilt. Auf das Nachlassverfahren könne eine Restrukturierung oder Liquidierung des Unternehmens folgen, hieß es in der Mitteilung.

In einem Brief an die Mitarbeiter der auch AWP vorliegt, schrieb das Unternehmen nun, dass es aufgrund der Umstände "leider unumgänglich" sei, eine Massenentlassung in Betracht zu ziehen. Die Angestellten könnten während der provisorischen Nachlassstundung Vorschläge machen, wie Kündigungen vermieden oder beschränkt werden könnten. “Anschliessend ist geplant, das restliche Unternehmen geordnet zu liquidieren", berichtet AWP aus dem Schreiben von Sempione.

OVS beschäftigt laut den Berichten rund 1180 Mitarbeiter in der Schweiz. Der italienische OVS-Konzern hatte 2016 rund 140 ehemalige Läden von Charles Vögele in der Schweiz durch das Konsortium Sempione Retail übernommen, an der es mit 35 Prozent beteiligt ist. Danach wurden die Filialen umgebaut und in OVS umbenannt. Im März hatte OVS die verbliebenen ehemaligen deutschen Filialen Charles Vögele Filialen an den niederländischen Modehändler Miller und Monroe veräußert.