Euro-Kurs spielt Hugo Boss in die Hände

Der schwache Euro hat dem Modekonzern Hugo Boss aller Voraussicht nach zu einem guten Jahresstart verholfen. Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg bis Donnerstag befragten Analysten rechnen mit einem Umsatzanstieg von 9 Prozent auf 668 Millionen Euro. Einen erheblichen Anteil an dem Plus haben Währungseffekte, weil bei der Umrechnung der Fremdwährungen in Euro mehr übrig bleibt. Währungsbereinigt wäre der Umsatz nur zwischen 3 und 4 Prozent gestiegen, schätzt die DZ Bank.

Hugo Boss wird am 6. Mai die Geschäftszahlen für die ersten drei Monate vorlegen. Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gehen die meisten Experten im Schnitt von einem Wert von 138 Millionen Euro aus, was 5 Prozent mehr wäre als im Vorjahr. Der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn dürfte von 81 auf 86 Millionen Euro zugelegt haben.

Das Umfeld, in dem sich der Edelschneider bewegt, hat sich den Experten zufolge hingegen kaum verbessert. Hugo-Boss-Chef Claus-Dietrich Lahrs hatte bereits bei der Bilanzvorlage gewarnt, dass die zum Jahresende 2014 hin vor allem in Europa spürbare Markteintrübung auch den Start in das neue Geschäftsjahr belastet habe. Wetter- und Währungskapriolen, Russlandkrise, Konjunkturschwäche und die Unruhen in Hongkong hatten der gesamten Modebranche im vergangenen Jahr zugesetzt. Dennoch hatte sich Hugo Boss einigen dieser Entwicklungen entziehen können.

Wachstumstreiber bei Hugo Boss

Wachstumstreiber bei den Schwaben sind die in Eigenregie betriebenen Läden. Dieses Geschäft ist wesentlich lukrativer als der Umweg über den Großhandel. Aber auch die Damenmode spielt eine immer größere Rolle bei dem eigentlich als Herrenausstatter bekannten Konzern. Der Designer Jason Wu ist seit eineinhalb Jahren für die Damen-Kollektionen verantwortlich. Künftig will Hugo Boss dabei einen noch stärkeren Fokus auf Accessoires und Schuhe legen. Geplant ist darüber hinaus, die Marke Boss exklusiver zu machen und das Luxusangebot auszuweiten.

Für das laufende Jahr peilt der Edelschneider beim Umsatz einen währungsbereinigten Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Das Ebitda vor Sondereffekten soll um bis zu 7 Prozent zulegen.

Hugo Boss wurde die letzten Jahre vom Finanzinvestor Permira kontrolliert. Dieser hatte aber im März seine verbliebenen Aktien verkauft. Durch den gestiegenen Streubesitz sehen einige Experten Hugo Boss mittelfristig als Kandidat für den deutschen Leitindex Dax. Größter Aktionär ist derzeit die Textilfamilie Marzotto mit 7 Prozent der Boss-Aktien. (DPA)

 

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