Fasern aus Agrarabfällen: C&A und Zalando treten Altag Fiber Club bei

Der Modehändler C&A und der Berliner Onlinehändler Zalando schließen sich dem Altag Fiber Club an, einer Initiative der niederländischen Innovationsplattform Fashion for Good und des indischen Materialentwicklers AltMat. Die beiden Unternehmen sind die ersten Marken, die dem Club beitreten. Sie haben zugesagt, erste Kleidungsstücke mit Altag herzustellen, einer Textilfaser aus landwirtschaftlichen Abfällen. Das teilten Fashion for Good und AltMat am Dienstag in einer Pressemitteilung mit.

Der Altag Fiber Club war im Juni 2025 gegründet worden, um die kommerzielle Nutzung alternativer Textilfasern zu beschleunigen. Materialien gelten dabei als entscheidender Hebel. Einer Analyse der Boston Consulting Group und Fashion for Good vom Februar 2025 zufolge verursachen sie 91 Prozent der Emissionen der Modebranche und machen bis zu rund 30 Prozent der Warenkosten eines Produkts aus. Der Umstieg auf neue Fasern scheitert jedoch häufig an einem wiederkehrenden Problem. Marken zögern, neue Materialien einzukaufen, solange deren Verfügbarkeit unsicher ist. Produzent:innen wiederum brauchen feste Abnehmer:innen, um ihre Produktion hochzufahren.

Fashion for Good und AltMat bündeln deshalb finanzielle Mittel und Mindestabnahmeverpflichtungen der teilnehmenden Unternehmen. So sollen die finanziellen Risiken verteilt und eine Produktion im großen Maßstab ermöglicht werden.

Vom Agrarabfall zur Kleidung

Die von AltMat entwickelte Altag-Faser wird aus landwirtschaftlichen Reststoffen gewonnen, etwa von Nahrungs- und Heilpflanzen sowie anderen Pflanzen, die nicht für die Textilproduktion angebaut werden. Diese Rohstoffe blieben sonst ungenutzt oder würden auf den Feldern verbrannt. Der Entwickler bezeichnet die Faser als erneuerbare Alternative zu konventionellen Textilmaterialien, für die weder eigens Flächen bewirtschaftet noch Wasser eingesetzt werden müssten.

Mit dem Einstieg von C&A und Zalando rückt die kommerzielle Anwendung des Materials näher. Zalando will die Faser in seinen Eigenmarken einsetzen. Über die Materialabnahme hinaus bringen beide Unternehmen ihr Wissen zu technischen Anforderungen, Produktionsprozessen und den Erwartungen der Konsument:innen ein, das direkt in die Weiterentwicklung der Faser einfließt. Im Gegenzug erhalten sie frühzeitig Einfluss auf ein Material, das gerade für den kommerziellen Maßstab entwickelt wird.

„Die Skalierung von Next-Gen-Materialien erfordert, dass sich die gesamte Wertschöpfungskette gemeinsam bewegt“, sagt Pascal Brun, VP Sustainability bei Zalando. „Der Altag Fiber Club gibt uns die konkrete Chance, das Material mitzuentwickeln und seine Akzeptanz bei Kund:innen in ganz Europa zu testen.“

Wann die ersten Kleidungsstücke mit Altag-Fasern in den Handel kommen und in welchen Stückzahlen, ist bislang nicht bekannt.


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