Fossil Group hebt trotz Umsatzrückgang Prognose an
Das US-amerikanische Uhren- und Lifestyle-Unternehmen Fossil Group hat seinen Jahresausblick nach einer über den eigenen Erwartungen liegenden Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal angehoben.
Der Nettoumsatz erreichte im Quartal, das am 4. Juli 2026 endete, 209,7 Millionen US-Dollar, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das entspricht einem Rückgang von 4,9 Prozent auf berichteter Basis und von 4,4 Prozent währungsbereinigt gegenüber 220,4 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal 2025. Maßgeblich für den Rückgang waren die Direct-to-Consumer-Kanäle. Maßnahmen zur Filialoptimierung machten dabei rund 220 Basispunkte des Rückgangs aus. Zum Quartalsende betrieb Fossil noch 176 eigene Läden, ein Jahr zuvor waren es 214.
„Wir haben erneut ein Quartal über unseren Erwartungen abgeliefert, getragen von einer breiten Stärke über unsere Kernmarken, Kanäle und viele unserer wichtigsten Märkte hinweg. Die Umsatzentwicklung, die Ausweitung der Bruttomarge und ein diszipliniertes Kostenmanagement haben dazu beigetragen, das bereinigte Betriebsergebnis währungsbereinigt im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres zu verdoppeln“, sagte Fossil-CEO Franco Fogliato.
Umsatz sinkt, Bruttomarge legt deutlich zu
Die Direct-to-Consumer-Umsätze des Unternehmens – einschließlich E-Commerce und stationärem Einzelhandel – sanken um 14,6 Prozent, während die vergleichbaren Einzelhandelsumsätze um acht Prozent zurückgingen. Der Großhandelsumsatz stieg währungsbereinigt um 0,9 Prozent.
Regional betrachtet sanken die Nettoumsätze in Europa währungsbereinigt um 18,2 Prozent, während Asien um 3,7 Prozent zulegte und die Region Amerika um 0,2 Prozent leicht anstieg. Nach Produktkategorie gingen die Umsätze mit klassischen Uhren währungsbereinigt um 0,9 Prozent zurück. Lederwaren verzeichneten einen Rückgang von 31,4 Prozent, Schmuck sank um 11,3 Prozent.
Der Bruttogewinn stieg auf 130,8 Millionen US-Dollar, gegenüber 126,7 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal 2025. Die Bruttomarge weitete sich um 490 Basispunkte auf 62,4 Prozent aus, nach 57,5 Prozent im Vorjahresquartal. Unterstützt wurde dies durch verbesserte Produktmargen dank Vollpreisverkäufen, Beschaffungsinitiativen und reduzierten Zöllen. Gegenläufig wirkte die vorgezogene Verbuchung von Mindestlizenzgebühren für Lizenzmarken.
Das ausgewiesene Betriebsergebnis lag bei 3,2 Millionen US-Dollar, verglichen mit 8,5 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal 2025, was einer operativen Marge von 1,5 Prozent nach 3,9 Prozent entspricht. Der Rückgang erklärt sich vor allem aus dem Vorjahresvergleich. Das zweite Quartal 2025 enthielt einen Buchgewinn von rund 11 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf des europäischen Warenlagers. Die Restrukturierungskosten sanken zugleich von 7,3 auf 3,4 Millionen US-Dollar.
Das bereinigte Betriebsergebnis verdoppelte sich währungsbereinigt auf 8,6 Millionen US-Dollar, nach 4,3 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Die bereinigte operative Marge stieg entsprechend von 2,0 auf 4,1 Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichte 8,6 Millionen US-Dollar oder 4,1 Prozent des Nettoumsatzes, verglichen mit 7,0 Millionen US-Dollar und 3,2 Prozent ein Jahr zuvor.
Der Nettoverlust für das Quartal belief sich auf 10,6 Millionen US-Dollar, was einem verwässerten Nettoverlust je Aktie von 0,18 US-Dollar entspricht. Im zweiten Quartal 2025 hatte der Nettoverlust 2,3 Millionen US-Dollar oder 0,04 US-Dollar je Aktie betragen. Belastend wirkte vor allem der Zinsaufwand, der sich durch höhere Schulden, gestiegene Zinssätze und die Abschreibung von Emissionskosten auf 8,3 Millionen US-Dollar fast verdoppelte. Hinzu kamen höhere Währungsverluste. Der bereinigte Nettoverlust betrug 7,9 Millionen US-Dollar.
Rückkehr zum Wachstum im vierten Quartal
Fogliato ergänzte: „Die starke Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2026 und die anhaltende Dynamik ermöglichen es uns, unseren Jahresausblick mit Zuversicht anzuheben. Dieser ist geprägt von einer erwarteten Rückkehr zum Umsatzwachstum im vierten Quartal, einer verbesserten Rentabilität und einem positiven freien Cashflow.“
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Fossil nun einen weltweiten Nettoumsatzrückgang zwischen drei und fünf Prozent sowie eine Rückkehr zum Umsatzwachstum im vierten Quartal. Die bereinigte operative Marge wird auf vier bis sechs Prozent prognostiziert, begleitet von einem positiven freien Cashflow. Im Mai hatte das Unternehmen noch einen Rückgang von vier bis sechs Prozent, eine bereinigte operative Marge von drei bis fünf Prozent und einen ausgeglichenen freien Cashflow in Aussicht gestellt. Umsatz- und Margenprognose schließen Währungseffekte aus.
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