Fosun stockt Anteil an Tom Tailor auf

Die chinesische Beteilingungsgesellschaft Fosun, die im Sommer 2014 mit einem Anteil von 32,16 Prozent für rund 87,5 Millionen Euro bei Tom Tailor eingestiegen war, will ihren Anteil nun auf bis zu 30 Prozent aufstocken. Diese Nachricht trieb bereits den Aktienkurs der Hamburger Modekette an: Mit 4,90 Euro erreichte er am Freitag wieder einen Stand von Mitte November.

Wie die Beteiligung bei der Tom Tailor AG zeigt, setzt Fosun in Europa nicht nur auf Banken, Versicherungen und Tourismus, sondern auch auf Mode und will seine Position als langfristiger, strategischer Investor stärken. Derzeit investiert der chinesische Konzern in eine Reihe bekannter Konsumgüterunternehmen, darunter die griechische Einzelhandelsgruppe Folli Follie, der italienische Hersteller von Premium-Männermode Caruso und die US-Luxusmarke für Damenmode St. John.

Fosun setzt in Europa verstärkt auch auf Mode

Wer der Aktionär ist, der seine Anteile an Fosun abtritt und zu welchem Preis, wurde nicht bekannt gegeben. „Wir sehen die Tom Tailor-Gruppe auf dem richtigen Weg. Sie ist nicht nur ein etablierter Akteur des Textilmarktes, sondern wächst auch weiterhin nachhaltig. Das Unternehmen hat ein bewährtes Geschäftsmodell und eine klare Markenführung. Mit der Fokussierung auf das Kerngeschäft hat das Management die richtigen Maßnahmen ergriffen“, kommentierte Fosun-Präsident Wang Qunbin.

Für Tom Tailor kommt die Transaktion gerade rechtzeitig, denn das Modeunternehmen tut sich derzeit etwas schwer, verbuchte es doch nach einem Gewinn im Vorjahr 2015 einen Verlust von 10,3 Millionen Euro. Auch der Aktienkurs halbierte sich: vor einem Jahr lag er noch bei über 11 Euro. Trotzdem hält Tom Tailor an seinen Expansionsplänen fest, die auch China einschließen, und zwar mit Fosun als Partner.

Fosun-Chef Guo Guangchang zählt mit einem Vermögen von rund 6,9 Milliarden US-Dollar zu einem der reichsten Männer der Welt. Erst kurz vor Weihnachten hatte Guangchang für Schlagzeilen gesorgt, da er für vier Tage nicht auffindbar gewesen war, tauchte dann aber unversehrt wieder auf. Spekulationen zufolge soll er von chinesischen Behörden in einer Korruptionsaffäre vernommen worden sein.

 

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