Frasers Group nimmt exotische Tierhäute aus dem Sortiment

Der britische Handelskonzern Frasers Group, zu dem die Ketten Frasers, Flannels und Harvey Nichols gehören, hat gegenüber der Tierrechtsorganisation People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) bestätigt, exotische Tierhäute aus allen Marken seines Netzwerks zu entfernen.

„Wir sind bestrebt sicherzustellen, dass unsere Eigenmarkenprodukte frei von exotischen Tierhäuten sind. Zugleich teilen wir unseren Drittmarken mit, dass die Gruppe keine Produkte mehr einkauft, die exotische Tierhäute enthalten“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Unternehmens.

Mimi Bekhechi, Senior Vice President bei PETA, kommentiert die Entscheidung. „Die Frasers Group beweist Mitgefühl und unternehmerische Führungsstärke, indem sie ihre Luxusplattformen nutzt, um die Abkehr von grausamen Wildtierhäuten zu beschleunigen. Informierte Konsument:innen wollen das Leid von Schlangen, Krokodilen und Straußen heute nicht mehr tragen. Wir fordern andere Unternehmen auf, nachzuziehen.“

Luxushandel wendet sich von tierischen Materialien ab

Damit reiht sich die Frasers Group in eine wachsende Zahl internationaler Luxusmarken, Händler:innen und Veranstaltungen ein, die Wildtierhäute verbannt haben, darunter Balenciaga, Burberry, Chanel, die Selfridges Group, Victoria Beckham und die London Fashion Week.

Parallel wächst die Nachfrage nach tierfreundlichen Alternativen. Dazu zählen genarbte vegane Leder aus Materialien wie Pilzen, Äpfeln, Mais und Kakteen.

Für Hugo Boss dürfte sich wenig ändern

Für den deutschen Markt ist die Entscheidung vor allem wegen Hugo Boss von Bedeutung. Nach dem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot und weiteren Aktienkäufen hat Frasers seinen Anteil am Metzinger Konzern auf 47,89 Prozent aufgestockt und die vollständige Übernahme damit knapp verfehlt. Nach eigenen Angaben sei Hugo Boss für Frasers eine der fünf Hauptmarken der Gruppe.

Unmittelbare Folgen dürfte die Ankündigung für das Metzinger Unternehmen kaum haben. PETA zählt Hugo Boss bereits seit mehreren Jahren zu den Marken, die Exotenleder aus ihren Kollektionen gestrichen haben. Betroffen sind eher jene Drittmarken, die über Flannels und Harvey Nichols verkauft werden.


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