Nach ihrem Zusammenschluss haben sich die Warenhausunternehmen Karstadt und Kaufhof einen gemeinsamen Namen gegeben. Die neue Dachmarke Galeria Karstadt Kaufhof sehen Kunden seit dieser Woche auf den Online-Auftritten beider Kaufhäuser und Plakaten in Filialen. Während die Außenlogos von Karstadt und Kaufhof noch an den 174 Filialen hängen, gehen die Meinungen über den neuen Markenauftritt auseinander.

Mit dem Einfallsreichtum bei der gemeinsamen Namensgebung, oder mit dem Fehlen ebendieser, befassten sich wohl die meisten Kommentare. Die Ewiggestrigen Karstadt und Kaufhof hätten die Chance vertan, mit dem neuen Namen ein Zeichen zu setzen, schrieb Georg Winters in der Rheinischen Post. Die Begeisterung hielt sich auch bei vielen Internetnutzern in Grenzen.

Den Grund für den kompromissvollen Namen sahen viele bei den Kosten. “Viel Zeit, den neuen Warenhausriesen zu einem profitablen Unternehmen zu machen, bleibt nicht”, schreibt Achim Schaffrinna auf Designtagebuch. Bei einem wirtschaftlich gesunden Unternehmen wäre der marktübliche Weg gewesen, dass die neue Dachmarke sukzessive die bisherigen Marken ablöse, schreibt er weiter.

Andere Sorgen

Der vereinte deutsche Warenhauskonzern hat derzeit wirklich größere Probleme als seinen Namen, schrieb der langjährige Beobachter der Warenhaus-Konzerne, Hagen Seidel, im Fachmagazin Textilwirtschaft. Es gehe jetzt vielmehr um die Suche nach einem erfolgversprechenden Konzept für die vielen unterschiedlichen Standorte.

Eine wirklich klare neue Strategie gibt es derzeit nicht, vielmehr konzentriert sich der neue Konzern darauf Kosten zu sparen. Das neue Logo gab denn auch manchem Anlass auf die Einschnitte bei den Mitarbeitern hinzuweisen. Kaufhof hat aus dem Tarifvertrag des Einzelhandels verabschiedet, wie die Gewerkschaft Verdi berichtet, die in der vergangenen Woche über den Schritt informiert wurde. Außerdem berichtete die Rheinische Post unter Berufung auf Unternehmenskreise am Mittwoch, dass 5500 Stellen bei Galeria Karstadt Kaufhof wegfallen sollen. Im Januar rechnete der fusionierte Warenhauskonzern mit der Streichung von 2600 Vollzeitstellen.

Schließlich nahmen auch einige Internetnutzer das neue Logo als Anlass um über die neuen Namen, von anderen möglichen Konzern-Fusionen in Deutschland mit einem Augenzwinkern zu spekulieren.

 

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