Gap senkt Prognose nach durchwachsenen Quartalszahlen

Probleme seiner gleichnamigen Marke auf dem Heimatmarkt haben beim US-amerikanischen Bekleidungskonzern Gap Inc. für unerwartet schwache Quartalszahlen gesorgt. Das Management senkte daraufhin die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr. Der designierte CEO Art Peck wählte zudem neue Führungskräfte für die Konzepte Gap und Banana Republic aus.

Auf dem US-amerikanischen Markt haben es Bekleidungshändler zurzeit nicht leicht: Die Kunden achten stärker auf ihren Geldbeutel, die Unternehmen reagieren mit Rabattaktionen, die zumindest die Umsätze stabilisieren sollen, dafür aber die Gewinnmargen drücken. Diese Situation belastet naturgemäß auch der Marktführer Gap. Der umsatzstärkste Textilkonzern in den USA ist schließlich vom Heimatmarkt besonders abhängig. Dort erwirtschaftet er trotz verstärkter Expansionsbemühungen im Ausland immer noch mehr als drei Viertel seines Gesamtumsatzes.

Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2014/15 sank der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum nicht zuletzt aufgrund der Schwäche des US-Marktes um 0,1 Prozent auf 3,97 Milliarden US-Dollar. Auf vergleichbarer Fläche gingen die Erlöse um zwei Prozent zurück. Auch negative Wechselkursentwicklungen belasteten den Umsatz: Währungsbereinigt wäre er immerhin um ein Prozent gestiegen.

Der Gesamtumsatz in den USA schrumpfte um 0,9 Prozent auf 3,03 Milliarden US-Dollar. Verantwortlich waren schwache Geschäfte der Freizeitmodemarke Gap: Ihre Erlöse sanken um 5,5 Prozent auf 907 Millionen US-Dollar. Die Konzepte Old Navy und Banana Republic konnten zulegen, den Umsatzrutsch bei Gap aber nicht kompensieren. Fatal für das Konzernergebnis war vor allem, das die weltweiten Erlöse der Marke auf vergleichbarer Fläche um fünf Prozent zurückgingen.

Dank eines einmaligen Steuervorteils stieg der Quartalsgewinn von Gap trotz niedrigerer Erlöse um rund vier Prozent

Höhere Betriebskosten belasteten den Konzerngewinn zusätzlich. Die operative Marge sank im Vergleich zum Vorjahresquartal von 14,5 auf 13,9 Prozent. Der Betriebsgewinn ging daher um 3,8 Prozent auf 554 Millionen US-Dollar zurück. Dass der Quartalsüberschuss trotzdem um 4,2 Prozent auf 351 Millionen US-Dollar stieg, lag vor allem an einem einmaligen Steuervorteil. Der verwässerte Gewinn pro Aktie stieg aufgrund umfangreicher Rückkäufe sogar um elf Prozent von 0,72 auf 0,80 US-Dollar. Bereinigt um den positiven steuerlichen Sondereffekt hätte er allerdings nur 0,74 US-Dollar erreicht. Das war weniger, als die Analysten zuvor erwartet hatten.

Angesichts der fortgesetzt schwierigen Marktsituation, die sich in der enttäuschenden Umsatzentwicklung widerspiegelt, senkte die Konzernführung ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Der Zielkorridor liegt nun bei 2,73 bis 2,78 US-Dollar pro Aktie, zuvor waren 2,95 bis 3,00 US-Dollar erwartet worden. In den Zahlen sind auch Einnahmen in Höhe von 39 Millionen US-Dollar aus einem Immobilienverkauf berücksichtigt, die das Unternehmen im zweiten Quartal verbucht hatte. Die neue Prognose enttäuschte die Analysten, der Aktienkurs des Unternehmens sank daraufhin zwischenzeitlich um mehr als vier Prozent.

In den kommenden Monaten wird der Konzern sein Führungsteam auf einigen wichtigen Positionen verändern. Art Peck, der sich zuletzt vor allem um die Online-Expansion verdient gemacht hat, tritt Anfang Februar 2015 die Nachfolge von Glenn Murphy als CEO an.

Peck durfte im Einvernehmen mit der gegenwärtigen Konzernspitze bereits erste richtungsweisende Personalentscheidungen treffen. So wird Jeff Kirwan im Dezember Nachfolger von Steven Sunnucks als Global President der Marke Gap. Der 48-jährige Kirwan war zuletzt für das China-Geschäft des Labels verantwortlich, dessen Expansion er energisch vorantrieb.

Auch an der Spitze des Edelkonzepts Banana Republic steht ein Wechsel bevor: Andi Owen wird am 5. Januar kommenden Jahres den bisherigen Global President Jack Calhoun ersetzen. Die 49-Jährige ist bereits seit 25 Jahren für den Konzern tätig, derzeit trägt sie die Verantwortung für die Outlet-Stores der Marke Gap.

Foto: Gap
 

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