Geistiges Eigentum: EUIPO legt Roadmap für neue Finanzierungsmodelle vor

Europäische Unternehmen, deren Wert zunehmend von geistigem Eigentum und anderen immateriellen Gütern abhängt, könnten von einem besseren Zugang zu Finanzierungen profitieren. Zu diesem Schluss kommt das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO), das für die Verwaltung von Unionsmarken, eingetragenen Gemeinschaftsgeschmacksmustern und geografischen Angaben der EU für Handwerks- und Industrieerzeugnisse zuständig ist.

Bei einer gemeinsamen Sitzung der Lenkungsgruppe und der technischen Arbeitsgruppe am 10. Juni in Brüssel genehmigten die Teilnehmenden die „European IP-backed Finance Roadmap“ – ein Schritt, der den Übergang von der Analyse zur praktischen Umsetzung markiert.

Grundlage der Genehmigung ist der EUIPO-Bericht „IP-backed Finance in Europe: State of Play and Future Perspectives", der die wesentlichen Hindernisse identifiziert, die innovative Unternehmen daran hindern, ihr geistiges Eigentum bei der Finanzierungssuche effektiv einzusetzen.

Die Sitzung wurde vom EUIPO und der Europäischen Kommission organisiert und brachte Vertreterinnen und Vertreter von EU-Institutionen, nationalen Ämtern für geistiges Eigentum, Finanzinstituten und Branchenorganisationen zusammen. Zur Eröffnung betonten Nathalie Berger, Direktorin für Wettbewerbsfähigkeit bei der GD Grow der Europäischen Kommission, und EUIPO-Exekutivdirektor João Negrão die Notwendigkeit, das europäische Finanzsystem an eine zunehmend von Innovation und immateriellen Gütern geprägte Wirtschaft anzupassen.

„Europa hat das Talent, die Forschung und das Kapital. Was wir brauchen, ist ein Finanzsystem, das den Wert von Innovation und geistigem Eigentum besser anerkennt. Es muss innovativen Unternehmen helfen, zu wachsen, zu expandieren und weltweit zu konkurrieren", so Negrão.

Geistiges Eigentum gehört oft zu den wertvollsten Vermögenswerten eines Unternehmens – ist für viele Finanzinstitute jedoch schwer zu bewerten. Gerade Start-ups, Scale-ups und KMUs haben dadurch häufig Schwierigkeiten, die für ihr Wachstum nötigen Mittel zu erhalten.

Die Roadmap skizziert einen praktischen Weg, um diese Herausforderung zu bewältigen. Unternehmen sollen Informationen über ihr geistiges Eigentum klarer darstellen können; Banken, Investorinnen und Investoren sowie öffentliche Finanzinstitutionen sollen diese Informationen besser verstehen und nutzen können. Die Arbeit konzentriert sich dabei auf mehrere Schlüsselbereiche: die Bewertung immaterieller Güter, den Aufbau einer soliden Datenbasis aus realen Finanztransaktionen sowie die Untersuchung von Garantiesystemen und Risikoteilungsmechanismen.

Bis Ende 2027 sollen die grundlegenden Komponenten des europäischen Ökosystems für durch geistiges Eigentum besicherte Finanzierungen einsatzbereit sein – mit dem Ziel, Innovation, Investitionen und Wachstum enger zu verknüpfen.

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