Der Modehersteller Gerry Weber International ist durch die Unternehmenskrise und das folgende, erfolgreich durchlaufene Insolvenzverfahren drastisch geschrumpft. Für das Kalenderjahr 2020 erwartet der Konzern ohne die verkaufte Tochter Hallhuber nur noch Umsätze in einer Bandbreite von 370 Millionen bis 390 Millionen Euro, wie er am Mittwoch mitteilte. Das ist nur noch knapp die Hälfte der Umsätze, die Gerry Weber International im Geschäftsjahr 2017/18 erzielte. Damals lag der Konzernumsatz noch bei rund 795 Millionen Euro.

Dabei war schon das Geschäftsjahr 2017/18 ein schwarzes Jahr für Gerry Weber International, wie das Unternehmen bei der verspäteten Veröffentlichung des Konzernabschlusses für diese Zeit deutlich machte. Denn die Umsätze lagen 2017/18 um rund zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau. Hohe Wertberichtigungen auf Warenbestände und umfangreiche Rückstellungen für die sich abzeichnende Schließung zahlreicher selbst betriebener Läden führten außerdem unter dem Strich zu einem Verlust von gut 172 Millionen Euro. Im Zuge der Sanierungsbemühungen wurden von dem westfälischen Modehersteller zwischen dem Herbst 2018 und dem November 2019 insgesamt 189 selbst betriebene Verkaufsflächen geschlossen. (dpa)

 

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