(werbung)
(werbung)

Auch weil sich die bislang so konsumfreudige asiatische Kundschaft zurückhält, ist der Gewinn beim Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont eingebrochen. Zum Konzern gehören Marken wie die Uhrenhersteller Cartier, Piaget und Lange & Söhne sowie der Schreibgeräteklassiker Montblanc und die Leder- und Tabakfirma Dunhill. Vor allem Cartier musste in Asien Uhren von den Händlern zurückkaufen, um ihre Lagerbestände zu senken.

Minus 46 Prozent meldete das Unternehmen aus Bellevue bei Genf am Freitag beim Gewinn. Unter dem Strich sackte er damit auf 1,21 Milliarden Euro ab. Das Ergebnis sah zwar vor allem wegen eines aufgeblähten Gewinns im Vorjahr durch Sondereinflüsse so schlecht aus. Aber auch der operative Gewinn ging um 14 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück. Die Umsätze sanken im Geschäftsjahr 2016/17 (31. März) um vier Prozent auf rund 10,65 Milliarden Euro.

Bei teurem Schmuck und Uhren sei die Nachfrage gesunken, sagte Richemont-Verwaltungsratspräsident Johann Rupert, der das Unternehmen zur Zeit auch operativ leitet. Im zweiten Halbjahr sah Richemont aber Wachstum in den USA und in Festlandchina, wie Rupert sagte. Die geopolitische Lage und das Marktumfeld blieben aber schwierig und es sei weiter mit Volatilität und Unsicherheiten zu rechnen.

Gut betuchte Touristen aus Fernost kommen nach den Anschlägen in Paris, Nizza und anderen europäischen Städten auch nicht mehr so häufig auf Einkaufstour nach Europa, wie der Schweizer Uhrenverband festgestellt hatte. Er meldete allerdings gerade bei den Ausfuhren nach 20 Monaten mit rückläufigen Exportzahlen - teils im zweistelligen Bereich - einen ersten Lichtblick: Im März stiegen die Exporte um 7,5 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken (1,5 Mrd Euro) im Vergleich zum März 2016.

Der Konzern Richemont hatte im Herbst den Abbau von einigen hundert Stellen angekündigt. Insgesamt beschäftigt Richemont weltweit mehr als 28 000 Mitarbeiter. Die Dividende soll um sechs Prozent auf 1,80 Schweizer Franken je Aktie steigen.(DPA)