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Globaler Handel: Vietnam überholt Bangladesch bei Bekleidungsexporten

Von Don-Alvin Adegeest

2. Aug. 2021

Business

Image: Pexels

Vietnam hat Bangladesch als weltweit zweitgrößter Exporteur von Konfektionskleidung überholt. Das geht aus den neuesten Zahlen des World Trade Statistical Review 2021 hervor, der von der Welthandelsorganisation (WTO) veröffentlicht wurde. Damit folgt Vietnam hinter China, dem weiterhin größten Exportland. Bangladesch liegt nun an dritter Stelle.

Vietnams Bekleidungsexporte wuchsen bis 2020 um 6,4 Prozent mit einem Marktwert von 29 Milliarden US-Dollar. In den letzten zehn Jahren ist der Anteil des Landes am globalen Exportmarkt für Bekleidung sprunghaft angestiegen. Dagegen sank Bangladeschs Anteil bis 2020 auf 6,8 Prozent.

Bangladesch hat durch die Pandemie stark gelitten

Aufgrund der Corona-Pandemie ging die Produktion in Bangladesch stark zurück. Fabriken wurden geschlossen, da viele westliche Marken ihre Aufträge stornierten oder ihre Zahlungen verzögerten. Außerdem haben anhaltende Probleme mit der Einhaltung von Vorschriften zu weiteren vorübergehenden Schließungen geführt. Vietnam ist es hingegen gelungen, seine Produktion zu diversifizieren und so nicht nur Fast-Fashion-Bekleidung herzustellen, sondern auch Kleidung und Accessoires im mittleren und oberen Preissegment zu produzieren.

2019 unterzeichneten Vietnam und die Europäische Union ein Freihandelsabkommen, das den Handel mit dem größten Ländergemeinschaft der Welt deutlich ankurbelte.

Trotz eines Rückgangs von 7 Prozent 2020 bleibt China mit einem Marktanteil von 31,6 Prozent der weltweit größte Exporteur von RMG (Ready-Made-Garments), wobei seine Exporte bei 142 Millionen US-Dollar lagen.

Was Vietnam zu einem attraktiven Exporteur macht

Seit dem Ausbruch von Covid-19 haben globale Unternehmen ihre Abhängigkeit von China verringert. Ein Großteil des vietnamesischen BIP-Wachstums wurde von der

Bekleidungsproduktion und -herstellung getragen. Dadurch verfügt das Land über eine vergleichsweise bessere Lieferketten-Infrastruktur als Länder wie Indien und Bangladesch. Außerdem ist die vietnamesische Währung im Verhältnis zum US-Dollar stabil, sodass es kaum zu Preisschwankungen kommt.

Ein weiterer Vorteil besteht in der geografischen Nähe Vietnams zu China, wodurch die Beschaffung von Rohstoffen und Maschinen erleichtert wird. Einige Marken, die nicht länger in China produzieren wollen, werden ihr Risiko minimieren wollen und in der Nähe bleiben, indem sie ihre Lieferketten diversifizieren.

Vietnam ist politisch stabiler als Länder wie Bangladesch und Indien, außerdem haben die Menschen einen besseren Zugang zur Bildung und Gesundheitsversorgung.

Dieser Beitrag erschien vorher auf fashionunited.uk. Übersetyung und Bearbeitung: Pia Schulz