Greenpeace findet ersten Hersteller weltweit, der Detox-Standards erfüllt

Seit 2011 hält die Umweltschutzorganisation Greenpeace die Bekleidungsindustrie mit ihrer Detox-Entgiftungskampagne auf Trab und fordert diese auf, ihren Beitrag zu leisten, indem sie keine gefährlichen Chemikalien mehr zur Herstellung von Kleidung benutzt und die Umwelt nicht verschmutzt. 80 Unternehmen, die zirka 15 Prozent des Marktes ausmachen, sicherten ihre Zusage zu, die Einleitung gefährlicher Chemikalien bis 2020 zu eliminieren. Das Ergebnis ist ein 20-seitiges Dokument, der „Greenpeace Global Textile Procurement Trial Standard“, den bis jetzt nur ein einziges Unternehmen weltweit uneingeschränkt erfüllt: Utenos Trikotažas aus Litauen. Greenpeace hat das Unternehmen bereits mit der Herstellung seiner eigenen T-Shirts beauftragt.

„Es ist der Standard für jede Modemarke, die beim Thema Nachhaltigkeit wirklich glaubwürdig erscheinen will. Utenos trikotažas ist der erste Hersteller, der diese Anforderungen nachweislich einhält. Der Standard sieht eine einzigartige Kombination aus Naturfasern aus biologischer Landwirtschaft, nachweislich schadstofffreier Produktion, fairer Bezahlung und Transparenz vor“, erklärt Viola Wohlgemuth, Verbraucher- und Giftstoff-Kampaignerin bei Greenpeace, in einer Pressemitteilung vom Montag.

Utenos trikotažas hat die erste Bestellung von Greenpeaces neuer Kollektion bereits produziert; weitere Bestellungen sind geplant. „Es ist ein historischer Erfolg. Dass wir als erstes Unternehmen überhaupt die Anforderungen von Greenpeace erfüllen, ist eine fantastische Leistung und Anerkennung unserer harten Arbeit. Wir hoffen auf Signalwirkung für weitere Textilhersteller, sich dieser Bewegung anzuschließen“, kommentiert Utenos trikotazas-CEO Petras Jasinskas.

Greenpeace findet ersten Hersteller weltweit, der Detox-Standards erfüllt

Utenos trikotažas und seine Partner hätten zum allerersten Mal nachweislich Schritte unternommen, um quer durch die gesamte Produktionskette auf gefährliche Chemikalien und Kontamination zu verzichten - von den Fasern bei der Verarbeitung der Rohstoffe über die Färbung und Bedruckung nach Detox-Prinzipien bis hin zum Nähen und Verpacken hochwertiger und langlebiger Kleidungsstücke, begründet Wohlgemuth die Qualifikation. „Diese Kollektion ist der Beweis, dass eine wirklich saubere, faire und vollständig transparente Produktion tatsächlich möglich ist. Und das nicht in einer kleinen Nähstube, sondern im industriellen Maßstab“, fügt sie hinzu.

Auch Virginijus Sinkevicius, EU-Kommissar für Umwelt, Meere und Fischerei, lobt die Initiativen und Erfolge des nichtstaatlichen und privaten Sektors, um die Textilindustrie grüner zu machen. „Die Textilbranche ist einer der großen Wirtschaftszweige, die über die gesamte Produktionskette und darüber hinaus nachhaltiger werden müssen. Der Textilsektor muss sich die Kreislaufwirtschaft zu eigen machen und Wiederverwendung und Recycling auf die Fahnen schreiben. Der Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft - eine wichtige Komponente der EU-Industriestrategie - bietet Orientierungshilfe für diese Transformation. Aber die ersten, die diesen Weg einschlagen, verschaffen sich ganz klar einen Wettbewerbsvorteil“, so Sinkevicius.

Jetzt hofft Greenpeace darauf, dass das Beispiel von Utenos trikotažas Schule machen und der neue Greenpeace-Standard zum Best Practice-Beispiel für jeden Betrieb wird, der einen ehrgeizigen Detox-Plan implementieren will.

Utenos trikotazas, Teil der SBA Firmengruppe, ist der größte und modernste Strickwarenhersteller in Zentral- und Osteuropa. Er nahm bereits 1967 den Betrieb auf und exportiert inzwischen rund 80 Prozent seiner Produkte in mehr als 15 Länder weltweit. Das Unternehmen ist derzeit das einzige in Litauen, das organische Produkte herstellt, die das Öko-Label „Flower of Europe“ tragen. Seit 2017 ist Utenos trikotazas Mitglied der Greenpeace Detox-Initiative.

Fotos: Greenpeace

 

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