Gucci stellt erweiterte, naturzentrierte Klimastrategie vor

Die italienische Luxus-Modemarke Gucci hat ihre Klimastrategie weiterentwickelt. Diese geht jetzt über Kohlenstoffneutralität hinaus und verfolgt einen „naturpositiven Ansatz“. Guccis neues „Natural Climate Solutions Portfolio“ verschreibt sich dem Schutz und der Wiederherstellung gefährdeter Wald- und Mangrovengebiete und investiert innerhalb der Lieferkette in die regenerative Landwirtschaft.

Gucci ist bereits seit 2018 klimaneutral, was den eigenen Betrieb und die gesamte Lieferkette angeht. Dies erzielte das Unternehmen durch die Mitigationshierarchie Vermeiden, Reduzieren, Wiederherstellen und dann, als letzte Maßnahme, jedes Jahr die verbleibenden Treibhausgasemissionen durch naturbasierte Lösungen auszugleichen. Während die neue Klimastrategie von Gucci weiterhin die Emissionsreduzierung priorisiert, treibt sie parallel dazu die Transformation der Lieferkette voran, um einen positiven Einfluss auf die Biodiversität und das Klima zu haben, so Gucci.

„Die Weiterentwicklung unserer Strategie beinhaltet eine Reihe von klaren Maßnahmen, die weiterhin die Reduzierung unserer CO2- und sonstigen Emissionen priorisiert, was uns ermöglicht, CO2-Neutralität in unserer gesamten Lieferkette zu erhalten. Zugleich investieren wir in die regenerative Landwirtschaft als einer wichtigen Säule unseres Ansatzes. Von der Wissenschaft unterstützt, schützt und erneuert Guccis neues Natural Climate Solutions Portfolio wichtige Ökosysteme, die den Klimawandel abschwächen, und bietet gleichzeitig dauerhafte Vorteile für die Biodiversität und das Klima für die kommenden Jahre“, kommentiert Gucci-CEO Marco Bizzarri in einer Pressemitteilung vom Mittwoch.

„Wir wollen Teil der Lösung für die Natur und das Klima sein, indem wir Praktiken und Systeme einführen, die die Natur von einem Klimaopfer zu einem Akteur des Klimawandels machen, der letztlich die Zukunft unseres Planeten bestimmen wird“, fügt Bizarri hinzu.

Gucci schützt gefährdete Wald- und Mangrovengebiete

Konkret investiert Gucci als Teil seiner Bemühungen um den Schutz gefährdeter Wälder in das Chyulu Hills REDD+ Projekt in Kenia mit Partner Conservation International sowie das Kariba REDD+ Projekt in Simbabwe mit Partner South Pole. Die beiden Projekte mildern den Klimawandel, schaffen positive wirtschaftliche und soziale Auswirkungen für die lokalen Gemeinden und schützen gefährdete Wildtiere und ihre Lebensräume.

Als Teil des Mangrovenschutzes hat Gucci in das Muskitia Blue Carbon REDD+ Projekt in Honduras mit Partner South Pole investiert. Das Projekt wird fast 5.000 Hektar Mangroven und über 285.000 Hektar Wald vor der Abholzung schützen. Mangroven speichern bis zu zehnmal mehr Kohlenstoff als ausgewachsene Wälder auf dem Festland, allerdings sind bereits 30-50 Prozent der Mangroven auf der Welt verloren beziehungsweise verschwinden weiterhin mit einer Rate von 2 Prozent pro Jahr. Wenn diese Ökosysteme beschädigt oder zerstört werden, wird eine enorme Menge an Kohlendioxid wieder in die Atmosphäre abgegeben, was zum Klimawandel beiträgt.

Regenerative Landwirtschaft

Als ersten Schritt in einer breiteren, langfristigen Strategie für regenerative Landwirtschaft arbeitet Gucci zusammen mit Conservation International, South Pole und Native an Machbarkeitsstudien zur Identifizierung und Weiterentwicklung von Projekten für regenerative Landwirtschaft in den Beschaffungsregionen. Ziel ist es, regenerative Rohstoffe für seine Produkte zu beziehen.

Über die eigene Lieferkette hinaus schafft Gucci durch „Carbon Farming“ Anreize für Landwirte, auf regenerative Landwirtschaft umzustellen. So hat Gucci direkt die neuesten regenerativen Projekte von Native für Wolle und Leder finanziert, die weltweit 3.075 Hektar umfassen, wodurch in den nächsten fünf Jahren etwa 25.000 Tonnen CO2 gebunden werden können beziehungsweise über die Lebensdauer der Projekte 200.000 Tonnen CO2 über 32.000 Hektar Land.

So hat Gucci beispielsweise Schafzüchter in Patagonien finanziert, um ihnen die Umstellung auf 1.800 Hektar Grasland auf regenerative Beweidung zu ermöglichen, was die Bodengesundheit, Wasserqualität, erhöhte Biodiversität, Tierschutz und die langfristige Bindung von Kohlenstoff vorantreibt. Insgesamt setzt sich Gucci für eine Abkehr von chemikalienintensiver Landwirtschaft ein, die traditionell die Rohstoffe für Mode liefert, hin zu landwirtschaftlichen Systemen, die die Natur regenerieren und stärken anstatt sie auszubeuten.

Gucci stellt erweiterte, naturzentrierte Klimastrategie vor

Reduzierung von Treibhausgasen

Was die Reduzierung von Treibhausgasen angeht, so verfolgt Gucci verschieden Strategien, um diese voranzutreiben. Zum einen die Umstellung auf erneuerbare Energien in Geschäften, Büros, Lagern und Fabriken. Hier liegt der Anteil bei 83 Prozent und soll bis 2022 auf 100 Prozent steigen.

Ebenso setzt Gucci auf die Ausweitung nachhaltiger Prozesse und mehr Fertigungseffizienz, wie zum Beispiel metallfreies Gerben, Gucci Scrap-less und Gucci-Up, sowie die Reduzierung von Abfällen aus der Fertigung, was einer Vermeidung von 3.000 Tonnen CO2 entspricht. Durch die nachhaltige Beschaffung und die Verwendung von Bio-Fasern in Gucci-Kollektionen wurden 179.000 Tonnen CO2 vermieden und das Ziel, bis 2025 zu 100 Prozent nachhaltig zu beschaffen, weiter vorangetrieben.

Schließlich hat Gucci es sich zum Ziel gesetzt, den Einsatz recycelter und regenerierter Materialien bei Nylon, Baumwolle, Kaschmir, Polyester, Edelmetallen, Kunststoffen und Verpackungen zu erhöhen. Die Kollektion Gucci Off The Grid im Rahmen der neuen Gucci Circular Lines soll dabei helfen. Darüber hinaus entwickelt Gucci neue zirkuläre Geschäftsmodelle wie zum Beispiel einen digitalen Shop für gebrauchte Gucci-Produkte in Zusammenarbeit mit The RealReal.

Fotos: Gucci, The RealReal
 

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