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Hugo Boss leidet unter politischen Unsicherheiten - Aktie stürzt ab

Von DPA

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Der Modekonzern Hugo Boss wird für das Jahr 2019 vorsichtiger. Die "anhaltenden gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten" sowie die Hongkong-Unruhen würden sich immer stärker auf die Nachfrage der Kunden auswirken, teilte das MDax-Unternehmen am Donnerstagabend in Metzingen mit. Gerade in Nordamerika wird das Geschäft schwieriger. Außerdem hat das Unternehmen dort schon länger mit Rabattschlachten zu kämpfen.

Darum rechnet Hugo Boss nur noch mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Zuvor hatte das Unternehmen mit einem Wachstum am unteren Ende des mittleren einstelligen Prozentbereichs gerechnet. Beim Betriebsgewinn (Ebit) erwartet das Unternehmen nur noch 330 bis 340 Millionen Euro. Zuvor peilte das Management ein Wachstum am unteren Ende eines Anstiegs im hohen einstelligen Prozentbereich an. Der Vorjahreswert lag bei 347 Millionen Euro. Der Modekonzern war bereits im August etwas vorsichtiger mit seinen Erwartungen geworden.

Anleger zeigten sich am Freitag enttäuscht. Der Kurs der Hugo-Boss-Aktie stürzte am Freitagmorgen nach Handelsstart um mehr als 11 Prozent ab. Damit war der Modekonzern der mit Abstand schlechteste Wert im MDax.

"Ungeachtet der gestiegenen gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten, mit denen wir uns kurzfristig konfrontiert sehen, bleiben wir fokussiert, was die erfolgreiche Umsetzung unserer strategischen Initiativen angeht", sagte Konzernchef Mark Langer. Dabei spiele die Verbesserung der Profitabilität eine zentrale Rolle: "An unserem mittelfristigen Ziel einer Ebit-Marge in Höhe von 15 Prozent halten wir fest."

Die Gewinnwarnung verschickte Boss gemeinsam mit den vorläufigen Quartalszahlen. Demnach blieb der Umsatz im dritten Quartal währungsbereinigt zum Vorjahr gleich, unbereinigt stieg er um ein Prozent auf 720 Millionen Euro. Das Ebit lag bei 80 Millionen Euro, deutlich unter dem Wert von 92 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, und blieb damit hinter den Erwartungen zurück. Die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal legt der Modekonzern Anfang November vor. Im zweiten Quartal waren Umsatz und operativer Gewinn noch leicht gestiegen.

Mehrere Analysten haben ihre Ziele wegen der schlechteren Aussichten des Konzerns gesenkt. Der Modekonzern stehe vor harten Zeiten, schrieb Branchenexperte Piral Dadhania vom Analysehaus RBC in einer am Freitag vorliegenden Studie. Hersteller hochwertiger Bekleidung stünden weltweit unter Druck - so auch Boss. Ein Ende der Herausforderungen für die Branche sieht der Experte vorerst nicht. Seine mittelfristigen Schätzungen für Boss lägen unter den Prognosen des Managements.

Gänzlich überraschend kommt die Gewinnwarnung für 2019 derweil nicht. Zuletzt hatten mehrere Analysten, etwa von der Commerzbank und der Privatbank Hauck & Aufhäuser, die Jahresziele als anspruchsvoll bezeichnet.(DPA)

Bild: Hugo Boss Made-to-measure, via Hugo Boss

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