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Hugo Boss: Quartalsgewinn sinkt um mehr als die Hälfte

Der Metzinger Modekonzern Hugo Boss AG musste im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erhebliche Einbußen beim Umsatz und Gewinn hinnehmen. Das Management begründete dies mit den schwierigen Rahmenbedingungen sowie der „gezielten Refokussierung von Marken und Vertriebskanälen“ im Rahmen des laufenden Reformprogramms „Claim 5 Touchdown“. Insgesamt lagen die Resultate, die das Unternehmen am Dienstag veröffentlichte, aber über den Erwartungen der Analyst:innen.

„Nach unserem erfolgreichen Schlussquartal im Jahr 2025 sind wir mit einer klaren Roadmap in das neue Jahr gestartet“, erklärte CEO Daniel Grieder in einem Statement. „Allerdings ist das Marktumfeld im Laufe des ersten Quartals infolge der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten herausfordernder geworden. Vor diesem Hintergrund haben wir uns konsequent auf das konzentriert, was wir beeinflussen können, und sind entschlossen in die Umsetzungsphase von ‚Claim 5 Touchdown‘ gestartet.“

Der Konzern habe „spürbare Fortschritte bei der gezielten Refokussierung unserer Marken und Vertriebskanäle erzielt, einschließlich der Straffung unserer Produktsortimente und der weiteren Schärfung unserer globalen Vertriebspräsenz“, so Grieder. Diese Maßnahmen hätten sich aber wie erwartet in der Umsatzentwicklung niedergeschlagen.

Der Konzernumsatz schrumpft um neun Prozent

Der Konzernumsatz erreichte im Zeitraum von Januar bis März eine Höhe von 905 Millionen Euro, was einem Rückgang um neun Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entsprach. Bereinigt um Wechselkursveränderungen schrumpften die Erlöse um sechs Prozent.

Bei der Hauptmarke Boss sank der Umsatz um sieben Prozent (währungsbereinigt -3 Prozent) auf 779 Millionen Euro. „Während wichtige Markeninitiativen die allgemeine Dynamik der Marke weiterhin unterstützten, wurde die Entwicklung maßgeblich von strategischen Maßnahmen zur Stärkung des langfristigen Markenwertes geprägt, insbesondere im Bereich Womenswear“, heißt es in einer Mitteilung. „Gleichzeitig zeigte sich die Menswear im Quartal widerstandsfähiger, angetrieben von auf Casualwear ausgerichteten Sortimenten.“

Das Label Hugo verzeichnete ein Minus von 23 Prozent (währungsbereinigt -21 Prozent) auf 125 Millionen Euro. Ein Grund dafür war nach Angaben des Unternehmens die „fortgesetzte strategische Neuausrichtung der Marke“ mit einem „klaren Fokus auf die Schärfung der Markenidentität rund um Contemporary Tailoring“.

In allen Marktregionen sinken die Erlöse

In allen Marktregionen musste der Konzern Umsatzeinbußen hinnehmen. In der Region EMEA, die Europa, den Nahen Osten und Afrika umfasst, sanken die Erlöse um zehn Prozent (währungsbereinigt -8 Prozent) auf 568 Millionen Euro. Dies lag nach Angaben des Unternehmens an Einbußen in wichtigen Märkten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien aufgrund der „weiterhin verhaltenen Konsumentenstimmung“ sowie an den Auswirkungen „gezielter Maßnahmen zur Erhöhung der Vertriebsqualität“. Im Nahen Osten hätten sich nach einem „soliden Jahresstart“ ab dem März die Auswirkungen des Iran-Krieges bemerkbar gemacht, erklärte der Konzern.

In Amerika ging der Umsatz um elf Prozent (währungsbereinigt -5 Prozent) auf 188 Millionen Euro zurück. Im asiatisch-pazifischen Raum schrumpfte er um sechs Prozent auf 123 Millionen Euro, währungsbereinigt übertraf er das Niveau des Vorjahresquartals allerdings um ein Prozent. „Treiber waren die Rückkehr zu Wachstum in China sowie weitere Umsatzverbesserungen in Südostasien & Pazifik, die durch eine robuste Entwicklung in Japan gestützt wurden“, teilte das Unternehmen mit. Die weltweiten Lizenzeinnahmen blieben konstant und beliefen sich auf 26 Millionen Euro.

Das Management bestätigt die Jahresprognosen

Obwohl der Konzern seine Bruttomarge, die im Vorjahresquartal bei 61,4 Prozent gelegen hatte, auf 62,5 Prozent steigern konnte und gleichzeitig die operativen Aufwendungen senkte, ging das Ergebnis aufgrund der Umsatzeinbußen deutlich zurück. Der operative Gewinn (EBIT) schrumpfte um 42 Prozent auf 35 Millionen Euro, der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn sank sogar um 52 Prozent auf 17 Millionen Euro.

Angesichts der jüngsten Entwicklung bestätigte das Management seine Jahresprognosen. Erwartet wird somit weiterhin ein währungsbereinigter Umsatzrückgang um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz. Beim EBIT, das im vergangenen Jahr eine Höhe von 391 Millionen Euro erreicht hatte, liegt der Zielbereich zwischen 300 und 350 Millionen Euro.


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