Hugo Boss: Quartalsumsatz sinkt um zehn Prozent

Der Metzinger Modekonzern Hugo Boss AG musste im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wie erwartet erhebliche Einbußen beim Umsatz und Gewinn hinnehmen.

CEO Daniel Grieder sieht das Unternehmen, das sich derzeit mit einem Übernahmeangebot des britischen Einzelhändlers Frasers Group konfrontiert sieht, aber bei seinen Reformbemühungen auf Kurs. Das zweite Quartal sei „ein weiterer wichtiger Schritt“ bei der Umsetzung des Transformationsprogramms „Claim 5 Touchdown“ gewesen, betonte er in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung.

„Die Umsatzentwicklung war weiterhin von unserer strategischen Refokussierung und dem herausfordernden Marktumfeld geprägt. Mit unserer Strategie erzielen wir jedoch bereits konkrete Fortschritte und stärken Hugo Boss strukturell“, betonte Grieder. „So konnten wir die Bruttomarge deutlich verbessern, die Vorräte reduzieren und erneut einen starken Free Cashflow erwirtschaften.“

Schwierige Rahmenbedingungen bremsen die Nachfrage

Im Zeitraum von April bis Juni belief sich der Konzernumsatz auf 905 Millionen Euro und verfehlte das Niveau des Vorjahresquartals damit um zehn Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen schrumpften die Erlöse um neun Prozent.

Das Unternehmen habe „die gezielte Refokussierung seiner Marken und Vertriebskanäle“ fortgesetzt, allerdings hätten „makroökonomische Unsicherheiten und geopolitische Spannungen“ die Nachfrage weltweit belastet, erklärte der Bekleidungsanbieter.

Insbesondere die Region EMEA, die Europa, den Nahen Osten und Afrika umfasst, war nach Angaben des Konzerns von den widrigen Rahmenbedingungen betroffen. Dort sank der Konzernumsatz um 14 Prozent (währungsbereinigt -13 Prozent) auf 532 Millionen Euro.

„Neben einer insgesamt zurückhaltenderen lokalen Nachfrage in Kernmärkten wie Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Frankreich spiegelt dies auch ein geringeres Geschäft mit Touristen in der Region wider“, heißt es in einer Mitteilung. „Im Nahen Osten gingen die Umsätze infolge rückläufiger Kundenfrequenzen nach den jüngsten geopolitischen Entwicklungen im zweistelligen Prozentbereich zurück.“

Das Management bestätigt die Jahresprognosen

Obwohl die Bruttomarge aufgrund von „Effizienzsteigerungen in der Beschaffung, gezielte Preisanpassungen sowie einen höheren Anteil an Vollpreisverkäufen“ von 62,9 auf 64,9 Prozent erhöht werden konnte und die operativen Aufwendungen sanken, schrumpfte das operative Ergebnis (EBIT) um 28 Prozent auf 59 Millionen Euro. Immerhin übertraf es damit aber die Erwartungen der Analyst:innen. Der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn sank um 29 Prozent auf 33 Millionen Euro.

Die aktuellen Zahlen gaben dem Management keinen Anlass, die Jahresprognosen zu ändern. Für 2026 wird damit nach wie vor ein währungsbereinigter Umsatzrückgang „im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich“ erwartet. Das Ziel für das EBIT liegt weiterhin bei 300 bis 350 Millionen Euro.


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