Deutschlands Überschuss in der Leistungsbilanz ist das dritte Jahr in Folge gefallen. Von 2015 bis 2018 sank er von 8,9 auf 7,4 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung, wie das Ifo-Institut am Dienstag mitteilte. Ursachen seien zum einen mehr Importe aus Europa, zum anderen der Anstieg der Wirtschaftsleistung einschließlich Inflation. Dennoch dürfte Deutschland mit einem Leistungsbilanz-Überschuss von 294 Milliarden Dollar das Land mit dem größten Überschuss bleiben, vor Japan mit 173 Milliarden Dollar.

Leistungsbilanz-Überschüsse bedeuten Kapitalexport: Deutschland baut damit mehr finanzielle Forderungen gegenüber dem Ausland auf als das Ausland gegenüber Deutschland. Das sei auf Dauer problematisch, wenn Forderungen nicht mehr eingelöst werden, erklärten die Münchner Wirtschaftsforscher.

Die USA dürften das Land mit dem größten Leistungsbilanz-Defizit bleiben mit etwa 455 Milliarden Dollar, was aber nur 2,3 Prozent ihrer Jahreswirtschaftsleistung entspricht. Der US-Export nach China sank, der US-Import aus China stieg kräftig, «der Warenhandel wurde noch defizitärer», erklärte das Ifo-Institut. Die höheren US-Überschüsse beim Verkauf von Dienstleistungen und bei den Einnahmen aus Auslandsvermögen konnten das nicht ganz ausgleichen.

Chinas Warenüberschuss war im vergangenen Jahr deutlich geringer, weil die Volksrepublik viel mehr Maschinen importierte für den geplanten Aufstieg zur weltweit führenden Industriemacht. Russlands Überschuss stieg stark, weil Öl und Gas teurer verkauft wurden, die Einfuhr jedoch stagnierte. (dpa)

 

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