Am Ende des Monats tritt in Großbritannien ein denkwürdiges Gesetz in Kraft: Das Modern Slavery Act, das sich gegen moderne Formen der Sklaverei und des Menschenhandels in der globalen Wertschöpfungskette wendet. Auch die EU arbeitet an einem solchen Gesetz.

Es betrifft alle Unternehmen, deren Geschäftsjahr am 31. März oder danach endet. Sie müssen dann innerhalb von sechs Monaten auf ihren Websites erklären, dass ihre weltweiten Geschäftspraktiken mit dem neuen Gesetz im Einklang stehen. Das gilt vor allem für große Unternehmen mit einem weltweiten Umsatz ab 36 Millionen Pfund, die in UK ihren Hauptsitz oder eine Niederlassung haben. Das Gesetz ist das weltweit dritte seiner Art, das in den letzten Jahren international gegen moderne Formen der Sklaverei vorgeht. Das gemeinsame Ziel: Die Verbesserung der Menschenrechte in der globalen Wertschöpfungskette und die Schaffung verbindlicher rechtlicher Grundlagen. Es soll auch dazu befähigen, die Importe aus solchen Ländern zu blockieren, die gegen das Gesetz verstoßen. In seiner Formulierung ist es angelehnt an ein Gesetz aus den USA, dem California Transparency in Supply Chains Act, das schon 2012 verabschiedet wurde. Und es sollen noch mehr werden: Auch die EU arbeitet bereits an einer ähnlichen Gesetzesinitiative.

Unternehmensverbände und Gewerkschaften in UK begrüßen das Gesetz weitgehend als „klares Signal“. Allein die fehlenden Sanktionen werden von Kritikern bemängelt. So sieht das Gesetz für die Unternehmen derzeit keine Strafen vor. Seine „Zähne“ bekommt es vor allem durch mehr Transparenz: Die Verpflichtung zur Offenlegung der Praktiken eröffnet Aktivisten weltweit ganz neue Möglichkeiten, öffentlichen Druck auszuüben.

 

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