Inditex-Aktien im Sinkflug: Kühle Börsenreaktion auf die Kollektion von John Galliano für Zara
Vor einer Woche kam die erste von John Galliano für Zara entworfene Kollektion auf den Markt. Sie sollte einen Wendepunkt in der kommerziellen Ausrichtung der Hauptmodekette des Inditex-Konzerns darstellen. Die Anleger:innen reagierten jedoch sehr kühl, und das trotz der jüngsten Analyse des Unternehmens durch die US-amerikanische Investmentbank Jefferies.
Am Montag kursierten erste Auszüge aus einem Bericht von Jefferies über Inditex, der nur für professionelle und institutionelle Anleger zugänglich ist. In der Analyse bekräftigen die Investmentbank und ihr Analyst James Grzinic ihre Kaufempfehlung für die Aktien des spanischen Modekonzerns. Sie halten zudem am Kursziel von 67 Euro pro Aktie fest. Für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres prognostizieren sie für Inditex ein Wachstum um rund 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Zusätzlich zu diesen Schätzungen bezeichnet der Analyst der Investmentbank das Wachstumspotenzial von Inditex als „unterbewertet“, wie Finanzmedien wie MarketScreener berichteten. Er sieht die erste von John Galliano für Zara entworfene Kollektion als einen der Hauptfaktoren für das erwartete „beeindruckende Wachstum“ des Unternehmens im dritten Quartal. Geschätzt wird, dass Zara mit der Kollektion einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro erzielen könnte. Dieser Betrag würde etwa einem Prozentpunkt des für Inditex im dritten Quartal prognostizierten Wachstums von 9,5 Prozent entsprechen.
Kapitalisierung der Schwäche der Luxusindustrie
Jefferies blickt auch über diesen Zeitraum hinaus und sieht die erste Kollektion von John Galliano für Zara als Beispiel für die Strategien von Inditex, die darauf abzielt, insbesondere bei der Hauptmarke Zara die Positionierung, den Markenwert und den durchschnittlichen Produktpreis schrittweise zu erhöhen. Auf diese Weise will der Textilkonzern zukünftiges Wachstum sichern. Die Investmentbank sieht das Unternehmen besonders gut positioniert, um von der Schwäche der Luxusindustrie zu profitieren.
Dieser Sektor verzeichnet laut Jefferies eine geringere Nachfrage von Verbraucher:innen, insbesondere aus jüngeren Generationen. Diese hätten nicht nur andere Kaufprioritäten, die sich mehr auf „Erlebnisse“ konzentrieren, sondern würden auch ein sinkendes Preis-Leistungs-Verhältnis bei bestimmten Luxusmarken wahrnehmen. Diese Faktoren eröffnen Inditex Wachstumsmöglichkeiten für ein höherwertiges Angebot, ohne das Alleinstellungsmerkmal als Anbieter zugänglicher Mode zu verlieren.
Mit einem Aufwertungspotenzial von 13 Prozent auf den Aktienkurs
Trotz dieser positiven Prognosen haben die Anleger:innen sehr kühl auf den jüngsten Schachzug von Inditex und seiner Hauptmarke reagiert. Eine Woche nach dem Launch der ersten Kollektion von John Galliano für Zara verzeichneten die Inditex-Aktien einen leichten Rückgang von 1,07 Prozent. Der Kurs fiel von 53,92 Euro pro Aktie bei Börsenschluss am 30. September auf 53,34 Euro zum Handelsschluss am Mittwoch.
Trotz dieses leichten Rückgangs halten die Analyt:innen von Jefferies die Inditex-Aktien ebenso für unterbewertet wie das Wachstumspotenzial des spanischen Konzerns. Das aktuelle Konsens-Kursziel für die Inditex-Aktie liegt bei 60,39 Euro. Dies impliziert ein Aufwertungspotenzial von bis zu 13,22 Prozent. Die von Analyst:innen geschätzten Kursziele für das Unternehmen bewegen sich zwischen 41,50 und 67 Euro pro Aktie. Jefferies gibt dabei die höchste Schätzung ab und prognostiziert für das spanische Unternehmen ein Aufwärtspotenzial an der Börse von bis zu 25,61 Prozent.
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