Inditex kooperiert mit dem MIT, um Brauerei-Abfälle in Farbstoffe und Textilien zu verwandeln

Auf dem Weg zu einem nachhaltigeren und zirkulären Modell testet Mode- und Textilwelt einen ebenso neuen wie unerwarteten Rohstoff entdeckt: Abfälle aus der Brauindustrie. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) und die Universität von La Coruña werden nun ihr Potenzial zur Umwandlung in Textilien und natürliche Farbstoffe untersuchen. Die Forschung wird vom spanischen Bekleidungskonzern Inditex finanziert, zu dem unter anderem die Textilkette Zara gehört.

Wie die Universität von La Coruña erläutert, fallen jedes Jahr beim Anbau und der Verarbeitung von Hopfen für die Bierherstellung erhebliche Mengen an Pflanzenresten an. Diese Abfälle hatten bisher größtenteils keinen Nutzen. Genau auf diese Reststoffe konzentriert sich das neue Forschungsprojekt. Hauptziel ist es, herauszufinden, ob sie zu Rohstoffen die Herstellung von Textilfasern oder natürlichen Farbstoffen umgewandelt werden können.

Hopfenplantage. Bild: Corporación Hijos de Rivera.

Das Forschungsprojekt trägt den Titel „Innovación Circular: fibras derivadas del lúpulo y ecotintes para textiles sostenibles“. Verantwortlich dafür ist ein Team, dem Wissenschaftler:innen des Forschungszentrums für Informations- und Kommunikationstechnologien (CITIC) der Universität von La Coruña und des MIT angehören. Auch die galizische Brauerei Corporación Hijos de Rivera und Inditex sind beteiligt. Die Brauerei, Inhaberin der Marke Estrella Galicia, stellt den Rohstoff für die Forschung zur Verfügung und hilft bei der Validierung der Entwicklungsschritte. Inditex finanziert das Projekt über das Programm „MIT.Spain Inditex Circularity Seed Fund“. Zudem beteiligt sich der Konzern an der industriellen Prüfung der neu entwickelten Materialien und Farbstoffe und analysiert deren Potenziale als Rohstoffe in der Textilindustrie. Ausgangsmaterialien sind nach Angaben der Universität von La Coruña Hopfenblätter und -stängel. Das Projekt solle dazu beitragen, „die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft voranzutreiben und den Textilsektor zu dekarbonisieren“, heißt es in einer Mitteilung.

Forschende des CITIC und des MIT in La Coruña Bild: Universität von La Coruña.

In einer ersten Phase wird nun das Potenzial von Hopfen als Rohstoff für den Textilsektor analysiert. Danach ist die Entwicklung experimenteller Prototypen geplant. Abschließend werden diese hinsichtlich industrieller Einsatzmöglichkeiten bewertet und analysiert.

„Das Projekt bündelt komplementäre Fähigkeiten aus Wissenschaft und Wirtschaft“, erklärte die Universität von La Coruña. „Die Initiative zielt darauf ab, interdisziplinäres Wissen in Bereichen wie Biomaterialien, angewandter Statistik und nachhaltigen Materialien zu schaffen. Gleichzeitig fördert sie neue Strategien zur Verwertung landwirtschaftlicher Abfälle.“ So könne das Projekt „dazu beitragen, die Verschwendung von Ressourcen zu reduzieren und nachhaltigere Produktionsmodelle zu fördern“. Zudem schaffe es „neue wirtschaftliche Möglichkeiten für den ländlichen Raum“.


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