Insolventes Bekleidungsunternehmen Steilmann ringt um "Brückenfinanzierung"

Die Pleite des Modeunternehmens Steilmann SE hat am Dienstag weitere Kreise gezogen. Knapp zwei Wochen nach der Muttergesellschaft mussten am Dienstag auch zahlreiche Tochterunternehmen Insolvenz anmelden. Die Unternehmensleitung bemüht sich indessen zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Frank Kebekus darum, kurzfristige Finanzmittel zu organisieren, um das Tagesgeschäft vorerst am Laufen zu halten und Zeit für weitere Planungen zu gewinnen.

Kebekus und der Vorstand befänden sich „in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem Finanzinvestor“, erklärte das Unternehmen. Ziel der Gespräche sei es, eine „Brückenfinanzierung“ zu erhalten. „Diese würde ermöglichen, die operativen Geschäfte der Konzerngesellschaften bis auf Weiteres fortzuführen“, heißt es in einer Mitteilung. Die laufenden Insolvenzverfahren würden aber durch eine entsprechende Vereinbarung „nicht berührt“.

„Wir rechnen mit einem sehr zeitnahen Ergebnis der Verhandlungen“, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Kebekus, „die Brückenfinanzierung durch den Finanzinvestor würde uns erlauben, bei weiter laufendem Geschäftsbetrieb der insolventen Konzerngesellschaften Zukunftsoptionen für Steilmann auszuloten“.

Knapp zwei Wochen nach der Pleite der Muttergesellschaft mussten am Dienstag auch zahlreiche Töchter Insolvenz anmelden

Die aktuellen Finanzprobleme fraßen sich indessen weiter durch das Firmengeflecht der Gruppe. Am Dienstag verkündete das Unternehmen die „Anschlussinsolvenzen“ einiger Konzerngesellschaften. So mussten die Apanage Fashion Group GmbH und die Klaus Steilmann GmbH & Co. Kommanditgesellschaft sowie deren Komplementärin Klaus Steilmann Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung „unverzüglich jeweils Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit bei dem jeweils zuständigen Amtsgericht stellen“. Gleiches galt für die zugehörigen deutschen Töchter beider Gesellschaften, die ihrerseits hundertprozentige Tochtergesellschaften der Steilmann SE sind.

Auch die Steilmann Holding AG, eine weitere Tochter der Steilmann SE, war von den Problemen betroffen: Mit der IDS Idea Development Solution GmbH, der Kettenbach GmbH Herstellung und Vertrieb von Designerstrümpfen und der MR Hometextile GmbH mussten drei ihrer Töchter Insolvenz anmelden. „Der Vorstand der Steilmann Holding AG hat mitgeteilt, dass er vor diesem Hintergrund, insbesondere entsprechend notwendiger Wertberichtigungen, davon ausgeht, dass die Steilmann Holding AG überschuldet ist“, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

Foto: Steilmann SE
 

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