Italienisches Label Sunnei hört auf

Die Sunnei Srl wird aufgelöst. Der Markenname ist eine Anspielung auf die italienische Verballhornung der Aussprache von ‘sunny’, mit der die Gründer:innen den Gebrauch des Englischen in anderen Sprachen ironisieren wollten.

Die erste Anhörung zur Prüfung der Passiva ist für den 16. September 2026 angesetzt. In dem Urteil vom 14. Mai 2026 heißt es, die Schuldner:in könne „beantragen, angehört zu werden und an der vorgenannten Anhörung teilnehmen, um ebenfalls zu den Anträgen auf Zulassung zum Passivvermögen gehört zu werden“.

Die Marke wurde 2014 in Mailand von Loris Messina und Simone Rizzo gegründet. Das Projekt entstand aus übergreifenden Kompetenzen, die es den Gründer:innen ermöglichten, das System von innen zu beobachten.

Die Marke hat ihren Sitz in der Via Cironi in Mailand. Im vergangenen September entpuppte sich die Sunnei-Modenschau in Mailand als eine Auktion der Marke und ihrer Kreativdirektor:innen.

Das Publikum wurde Zeuge einer Auktion, die in Zusammenarbeit mit Christie's durchgeführt wurde. Anstelle der neuen Kollektion wurden dabei symbolisch die Marke und die beiden Kreativen zum Verkauf angeboten.

Das im Mai ergangene Liquidationsurteil ist also die Chronik eines angekündigten Endes.

Sunnei Herbst/Winter 26 Bild: Launchmetrics/spotlight

„Die Verschmelzung unserer Kulturen spiegelt sich in den charakteristischen Merkmalen der Marke wider. Simone, der aus Süditalien stammt, bringt die Einfachheit der Formen ein. Ich, aus Frankreich kommend, bringe eine gewisse Raffinesse mit. Darüber hinaus vermittelt Sunnei, unabhängig von unserer Herkunft, viel von der Stadt Mailand. Hier leben wir seit einigen Jahren und haben uns spontan entschieden, unsere Marke zu gründen“, erzählten die beiden Gründer:innen vor einigen Jahren in einem Interview mit dem Magazin von Luisa Via Roma.

„Sunnei entstand nach einigen Erfahrungen, die wir in verschiedenen Bereichen der Mode gesammelt haben. Wir haben als Fotograf:innen, Einkäufer:innen und in der Pressestelle gearbeitet. In der Vergangenheit waren wir alles, nur keine Designer:innen. Genau diese Erfahrungen haben uns jedoch eine 360-Grad-Sicht auf die Branche ermöglicht. Und unser naiver Ansatz ist es, der uns mit einem offenen Geist vorantreibt. Dass wir keinerlei Erfahrung im Design hatten, bedeutete, dass wir uns ohne Vorurteile von Grund auf in etwas Neues stürzen konnten. Wir haben alles auf dem Weg gelernt, von der Auswahl der Stoffe bis zur Organisation der Anproben vor der Show“, fügten Messina und Rizzo hinzu.

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