Karstadt steigt in Curated Shopping ein

Nachdem Modomoto und Outfittery mit Curated Shopping (für Männer) in Deutschland (und international) Erfolg haben, will auch die Karstadt Warenhaus GmbH einsteigen. Mit dem Erwerb wesentlicher Assets des Berliner Stilberatungs-Startups Kisura Mitte April treibt Karstadt seinen Weg zum erfolgreichen Omnichannel-Händler entschieden voran. Kisura wird als eigenständiges Tochterunternehmen aufgestellt. Dies gab das Unternehmen gestern abend in einer Pressemitteilung bekannt.

„Unser Ziel, bis 2020 eines der am schnellsten über alle Kanäle wachsenden Handelsunternehmen zu werden, forciert auch, dass wir neue Kompetenzen aufbauen und integrieren können“ erklärte Karstadt-Geschäftsführer Dr. Stephan Fanderl. „Mit dem Erwerb gewinnen wir entscheidendes Know-how in puncto Stylingkompetenz und systemgestützte, individuelle Kundenberatung.“

Kisura wird eigenständiges Tochterunternehmen

Bereits seit fünf Jahren bietet Kisura von erfahrenen Stylisten zusammengestellte Damenmode an: Kundinnen können auf der Plattform online ihre Styling-Wünsche angeben und erhalten dann Pakete mit einer entsprechenden Auswahl, die sie unverbindlich anprobieren können. „Bei der Zusammenstellung ergänzen sich ein professionelles Styling-Team sowie modernste Technologie, wie die intern entwickelte Produkt-Empfehlungs-Engine“, heißt es über Kisura.

„Beratung wird künftig weder rein stationär, noch rein durch Algorithmen erfolgen, deshalb müssen Händler - und zwar gerade solche mit hohem Fashion-Anteil - die Verbindung aus beidem beherrschen. Das Marktvolumen für Einzelhändler mit personalisierter Ansprache wird bereits heute auf über 2 Milliarden US-Dollar geschätzt. Darin liegen ganz klar Möglichkeiten, von denen wir mit Kisura profitieren wollen“, erklärte Karstadt-Finanzchef Miguel Müllenbach.

Die beiden Kisura-Gründerinnen Tanja Bogumil und Linh Nguyen, die weiterhin an Bord des neuaufgestellten Unternehmens bleiben werden, sehen neue Chancen für das Startup: „Wir freuen uns, unseren Kundinnen weiterhin den gewohnten Einkaufs-Service zu bieten und sie mit persönlicher Modeauswahl zu begeistern. Gleichzeitig wird das Geschäft zukünftig von Karstadts langjähriger Expertise in der Warenbeschaffung und Logistik profitieren.“

Trotz einer steilen Wachstumskurve in den ersten Jahren sah sich Kisura bald finanziellen Schwierigkeiten gegenüber, da es dem Startup noch nicht gelungen war, profitabel und damit selbsttragend zu sein. Nach einer gescheiterten Finanzierungsrunde musste das Unternehmen deshalb Anfang des Jahres Insolvenz anmelden und das vorläufige Insolvenzverfahren wurde eröffnet. Ein notwendiger Schritt laut Kisura, um das Unternehmen langfristig zu sanieren.

Jetzt scheint mit Karstadt ein passender Partner gefunden zu sein, der etliche Vorteile bietet. So ermöglicht der neue Sitz in der Karstadt-Filiale Berlin Hermannplatz etwa verbesserten Warenzugriff sowie den engen Austausch zwischen Warenhaus und Online-Geschäft. Karstadt wiederum kann so neue Kompetenzen aufbauen, ins Curated Shopping-Geschäft einsteigen und alle Kanäle verzahnen.

Foto: Kisura-Website
 

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