Kaufhof steht vor großen Einschnitten

Galeria Kaufhof ist im derzeitigen Zustand nicht “überlebensfähig”, sagt Stephan Fanderl, Geschäftsführer des Gemeinschaftsunternehmens mit Karstadt. Damit sich das ändert, hat der Konzern am Freitag die Streichung von 2.600 Stellen und die Zusammenlegung der Verwaltungszentralen am bisherigen Hauptsitz von Karstadt in Essen angekündigt.

Die Verlagerung der Kaufhof-Zentrale nach Essen soll Kosten Millionenhöhe einsparen und etwa 1.000 Vollzeitstellen. Obwohl Sanierungsbedingte Filialschließungen ausgeschlossen werden, sollen Änderungen in der Personalstruktur, wie Spezialisierung und Hierarchieabbau bei Kaufhof, zur Streichung von weiteren 1.600 Stellen führen.

Lebensmittelbereich und Off-Price werden zusammengelegt

Um die Struktur des zusammengelegten Konzern aus Kaufhof und Karstadt zu verschlanken sollen die Filialen von Kaufhof künftig in eine gemeinsame Verbundstruktur unter Vertriebschef Thomas Wanke eingegliedert werden. Im Gastronomie- und Lebensmittelbereich werden 15 Food-Abteilungen und der Lebensmittel-Einkauf von Kaufhof künftig Teil von Karstadt Feinkost. Auch die Off-Price Angebote Look&Viel und Saks Off 5th werden künftig zusammengeführt und sollen neu aufgestellt werden. Es werde zudem auch geprüft, ob Filialen von Saks Off 5th für den Bereich Sport genutzt werden können.

Die Maßnahmen und auch ein Zuschuss von dreistelliger Millionenhöhe seitens Karstadt seien nötig um Kaufhof nach einem schwierigen vierten Quartal wieder auf Kurs zu bringen. Das Weihnachtsgeschäft bei Kaufhof lag vier Prozent unter Vorjahresniveau und auch das Online-Geschäft verbuchte ein Minus von fast einem Prozent.

“Neue Tariflösung”

Zu den Sanierungsmaßnahmen kündigte Karstadt auch an, eine “neue Tariflösung” für die Beschäftigten anzustreben. Diesen versuchten Ausstieg aus der Tarifbindung kritisierte die Gewerkschaft Verdi zutiefst in einer Mitteilung am Freitag.

"Wir lassen keine Sanierung zu, die ein Gesundstoßen des Konzerns allein auf dem Rücken der Beschäftigten vorsieht", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Was laut der Gewerkschaft völlig fehle, sei ein tragfähiges Zukunftskonzept für Kaufhof. “Stattdessen wird ein Ausstieg aus der Tarifbindung angekündigt. Dem wird die Arbeitnehmerseite nicht zustimmen", sagte sie in der Mitteilung.

Foto: Galeria Kaufhof
 

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