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KI in der Mode: Wie Playar XR und KI für immersive Erlebnisse und Storyliving einsetzt

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Modebranche in rasantem Tempo. Während einige Unternehmen abwarten, machen andere mutige Schritte nach vorn.

Für die Serie „KI in der Mode“ sprach FashionUnited mit Justin-Caine Cavanas. Er ist XR & AI Lead bei Playar, einem belgischen Unternehmen, das auf immersive Erlebnisse spezialisiert ist.

1. Wer sind Sie und was machen Sie?

Ich bin Justin-Caine Cavanas, XR- und KI-Lead bei Playar in Antwerpen-Berchem. Seit sechs Jahren arbeite ich im immersiven Sektor. Dort verbinde ich Technologie mit emotionalen Erlebnissen.

Playar entwickelt XR-Erlebnisse für mobile Geräte, Headsets, Smartglasses und AR-Mirrors. Wir erstellen aber auch WebAR, digitale Aktivierungen und KI-Videos der nächsten Generation. Darüber hinaus arbeiten wir mit CGI, 3D-Animationen und Fake-out-of-Home-Inhalten. Was uns auszeichnet, ist unser plattformübergreifender Ansatz.

Was ist ein Augmented-Reality-Spiegel?

„Ein AR-Mirror – oder intelligenter Spiegel – kombiniert einen Standard-Digitalbildschirm mit Augmented-Reality-Technologie, um ein interaktives, immersives Erlebnis zu bieten. Er projiziert digitale Inhalte über die Echtzeit-Reflexion der Nutzer:innen. Dabei werden virtuelle und physische Welten nahtlos miteinander integriert. Dadurch können Nutzer:innen die vorgenommenen Änderungen persönlich sehen. Sie können mit digitalen Elementen interagieren und auf fesselnde Weise fundiertere Entscheidungen treffen“, so Cavanas.

Inzwischen hat Playar rund eintausend immersive Erlebnisse für namhafte Marken wie Gucci, Tiffany's, Samsung, Lego und Coca-Cola entwickelt. Wir arbeiten aber auch für kleinere Marken, Kultur- und Bildungsprojekte sowie für Regierungsinstitutionen.

Ich begleite diese Kooperationen und sorge für einen reibungslosen Ablauf. Zudem stelle ich sicher, dass die Qualität und der Stil unserer Erlebnisse den Erwartungen der Marke entsprechen.

So haben wir beispielsweise für den Dior-Flagshipstore in New York ein soziales AR-Erlebnis entwickelt. Besucher:innen scannen einen QR-Code an der Fassade. Sie sehen dann, wie das Geschäft während der Feiertage im Lebkuchen-Stil zum Leben erwacht, komplett mit einer digitalen Werbetafel. Sogar Monsieur Dior steigt aus einem Taxi und wird auf dem Bildschirm lebendig. Gleichzeitig kann man verschiedene Elemente anklicken, um mehr Informationen zu erhalten, beispielsweise über das „New Look“-Kleid oder die „Lady Dior“-Handtasche.

In einem großen Einkaufszentrum in Hongkong haben wir für Burberry ein AR-Spiegel-Fotokabinen-Erlebnis eingerichtet. Dort erhalten Besucher:innen durch Fragen eine personalisierte Produktberatung. Am Ende nehmen sie ein Foto mit nach Hause.

Burberry-Fotokabine mit AR-Spiegel-Erlebnis Bild: Playar
Burberry-Fotokabine mit AR-Spiegel-Erlebnis Bild: Playar

2. Was bietet ein immersives Erlebnis für Marken?

Unsere Kernphilosophie ist Storyliving statt Storytelling. Anstatt passive Zuschauer:innen zu haben, machen wir die Menschen zu aktiven Teilnehmenden einer Geschichte. Dadurch bleiben Erlebnisse länger im Gedächtnis und erzeugen eine echte emotionale Wirkung. Das ist wichtig in einer Zeit, in der Aufmerksamkeit knapp ist. Traditionelles 2D-Marketing wie Fernsehen, Desktop und Mobile verliert an Wirkung. Vor einigen Jahren gab es eine Verlagerung von Desktop zu Mobile. Jetzt sehe ich die Verlagerung von Mobile zu Spatial. Dass XR und KI immer häufiger fester Bestandteil der Medienstrategie von Marken werden, unterstreicht dies. Es wird nicht mehr nur als nettes Extra angesehen.

AR-Produktpräsentationen haben also einen kommerziellen Effekt, was durch Studien bestätigt wird. Kund:innen kaufen schneller (Shopify: plus 94 Prozent Konversion) und retournieren weniger Produkte (Ikea: minus 40 Prozent). Das liegt daran, dass sie das Produkt vor dem Kauf besser erleben können.

Trotzdem liegt für uns die wahre Magie im Erlebnis selbst. Ich war bei Harrods in London vor Ort dabei, um das AR-Erlebnis einzurichten und die Interaktionen zu beobachten. Ich sah, wie die Menschen vor dem Spiegel staunten oder spontan lächelten. Solche Reaktionen finde ich stark, weil sie zeigen, dass man Emotionen hervorrufen kann. Das ist etwas, was in unserem täglichen, von Bildschirmen dominierten Leben oft verloren geht. Wir sind durch die Informationsflut ein wenig abgestumpft.

3. What’s next für die XR- und KI-Dynamik?

High-End-Marken sehen, dass es funktioniert. XR kann Mode besonderer und erlebnisorientierter machen. Durch AR-Erweiterungen und digitale Hybride wird Kleidung nicht nur getragen, sondern auch erlebt. Dadurch sind Produkt und Erlebnis untrennbar miteinander verbunden.

Auch in Spielen wie Roblox und Fortnite spielt Mode eine immer größere Rolle. AR ermöglicht es Marken, ihre Kollektionen auf neue Weise zu präsentieren und die Konsument:innen spielerisch einzubeziehen.

Am meisten begeistern mich die neuen XR- und KI-Technologien und der bereits stattfindende Wandel. Neue Consumer-Brillen, die „normal“ aussehen und die man einfach auf der Straße tragen kann, wie die von Meta und Snapchat, machen XR alltäglicher und zugänglicher. Ich denke, in den nächsten zwei bis drei Jahren wird es eine sehr große Veränderung geben, wie Menschen digitale Inhalte erleben und mit ihnen interagieren. Und das bietet enorme Chancen für die Bereiche Luxus, Unterhaltung und Gastgewerbe.

Mit dem Aufkommen von KI sehe ich auch enorme neue Möglichkeiten, insbesondere im Bereich der Personalisierung. Denken Sie an virtuelle Stylist:innen, KI-Agent:innen, die im Namen der Kund:innen einkaufen, oder an Konzepte wie den ‚Fashion Passport‘ von Contourlab. Dies kann die Customer Journey komplett verändern.

Lesen Sie hier mehr über den digitalen Online-Stylisten ContourLab, den der belgische Multimarkenhändler SKM einsetzt: KI in der Mode: Modehaus SKM über seinen KI-gesteuerten digitalen Stylisten

Gleichzeitig bringt KI auch Herausforderungen mit sich. Große Modehäuser wie Dior, Gucci, Chanel und Louis Vuitton sind auf vorhandene Expertise, Talente und Markenidentität angewiesen. KI darf dies nicht trivialisieren. Marken sollten sie nicht einsetzen, um eine Vision zu schaffen, sondern nur, um sie zu verstärken.

Technologie ist ein Werkzeug, keine Identität. In einer Zeit, in der Maschinen nun entwerfen, personalisieren und verkaufen können, ist es entscheidend, die Menschlichkeit der Mode zu bewahren.

4. Welche Herausforderungen erleben Sie bei Ihrer Arbeit?

Die Arbeit mit innovativer Technologie bedeutet, ständig umzuschalten. Alle paar Wochen gibt es ein Update, ein neues Tool oder eine neue Plattform.

Außerdem stellen wir fest, dass es in Belgien manchmal schwieriger ist, XR-Projekte zu verkaufen, weil die Menschen etwas konservativer sind. Zudem bleibt XR für viele Menschen abstrakt. Klare Visualisierungen, Mock-ups und Storyboards helfen, diese Lücke zu schließen.

Enge Deadlines sind oft eine Herausforderung. So musste das Dior-Spectacles-Erlebnis für Snapchats ‚Crafted for Luxury‘-Event in Paris in nur 2,5 bis drei Wochen fertiggestellt werden. Das erforderte schnelle Entscheidungen, kreative Flexibilität und eine enge Zusammenarbeit.

Einer unserer größten Erfolge ist daher unser Team selbst. Wir haben eine Arbeitskultur, in der wir hohe Geschwindigkeit und Qualität kombinieren können. Wir denken flexibel mit und verbessern uns kontinuierlich. Darauf sind wir sehr stolz.

Dior-Spectacles-Erlebnis Bild: Playar
Dior-Spectacles-Erlebnis Bild: Playar
Dior-Spectacles-Erlebnis Bild: Playar

5. Haben Sie abschließend einen Tipp für die Leser:innen, die mit XR und KI arbeiten oder arbeiten wollen?

Erstens: Machen Sie nichts mit KI, nur weil Sie denken, Sie müssten beim Hype dabei sein. Die wirkungsvollsten Projekte beginnen mit menschlichen Fragen. Wie fühlen sich die Kund:innen? Was fehlt in ihrem Erlebnis? Wo gibt es Reibungspunkte? Was brauchen sie wirklich?

Zweitens: Trauen Sie sich, klein anzufangen. Wenn uns die überzogenen Versprechungen des Metaversums eines gelehrt haben, dann, dass es nicht immer groß und überwältigend sein muss. Ein kleines Erlebnis, das wirklich funktioniert und die Menschen berührt, ist besser als ein großes, technisch beeindruckendes Projekt, das emotional leer ist. Schaffen Sie etwas, das Sie selbst begeistert. Das Team muss dahinterstehen und echte Menschen müssen einen Nutzen daraus ziehen.

Technologie ist erst dann erfolgreich, wenn die Menschen vergessen, dass es sich um Technologie handelt, und sie einfach als Magie erleben. Der AR-Spiegel bei Harrods ist eine perfekte, niederschwellige Anwendung für Mode und den stationären Handel. Die Konsument:innen stellen sich davor und es funktioniert.

Playar Bild: Playar

Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.

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