Krise bei Luisa Via Roma: Beschäftigte streiken heute in Florenz
Beim italienischen Luxusmodehändler LuisaViaRoma spitzt sich die Krise weiter zu. Während Gespräche mit potenziellen Investor:innen weiterlaufen, wächst die Sorge um Hunderte von Arbeitsplätzen. Gewerkschaften rufen zu Streik und Protest auf.
Vor drei Tagen kamen Unternehmensleitung und Gewerkschaftsvertretungen zu einem Treffen zusammen. Aus Sicht der Gewerkschaften zeichnet sich dabei klar ein Kurs in Richtung Liquidationsvergleich ab. Wie die Zeitung La Nazione berichtet, sind zudem gestern die gerichtlichen Schutzmaßnahmen ausgelaufen, die im Rahmen des Verfahrens zur Verhandlungslösung der Krise gewährt worden waren. Das Unternehmen kündigte daraufhin an, einen Antrag auf einen Liquidationsvergleich stellen zu wollen. Ziel ist es, erneut Schutz vor Gläubiger:innen zu erlangen und Vollstreckungsmaßnahmen für weitere sechzig Tage auszusetzen.
„Die Verhandlungslösung der Krise ist nicht zustande gekommen, aber die Verhandlungen mit den neuen Investor:innen gehen weiter. Es wurde eine Kapitalerhöhung von 15 Millionen Euro beschlossen und die Frist zur Zeichnung läuft bis zum 20. April“, erklärte Tommaso Andorlini, Chief Executive Officer (CEO) und Hauptgesellschafter von LuisaViaRoma, der Zeitung La Nazione. Er erinnerte daran, dass „unser Ziel dasselbe ist wie das der Gewerkschaft, nämlich die Arbeitsplätze zu schützen. Wir haben bereits mit 90 Prozent der Gläubiger:innen Vereinbarungen getroffen und haben nun weitere 60 Tage Zeit, diese abzuschließen.“
Die Gewerkschaft Filcams Cgil Firenze warnt indes in einer Mitteilung, dass „Hunderte von Arbeitsplätzen in Gefahr“ seien. Für den heutigen 26. März wurden daher ein Streik sowie eine Kundgebung angekündigt. Ein weiteres Treffen zur Lage ist für den 31. März auf regionaler Ebene geplant. Der Streik soll in den letzten vier Stunden der Arbeitszeit stattfinden; die Kundgebung beginnt um 15:30 Uhr vor dem historischen Geschäft von Luisa Via Roma in der Via Roma 16/21R in Florenz.
„Die Nachricht, dass Luisa Via Roma eine Diskontinuität durch eine Unternehmensumstrukturierung anstrebt, macht uns sprachlos. Noch sprachloser werden sicherlich all die Arbeitnehmer:innen sein, die trotz des bestehenden Solidaritätsvertrags zuversichtlich waren, dass eine industrielle Lösung Vorrang haben würde. Heute sprechen wir von Diskontinuität durch einen Liquidationsvergleich“, schreiben die Gewerkschaften. „Wir vergessen nicht, dass infolge der Krise und der verfehlten Entscheidungen eines Managements, das sich der Situation nicht gewachsen zeigte, über einhundert Arbeitnehmer:innen Luisa Via Roma in den letzten anderthalb Jahren verlassen haben. Darunter waren jene, die keine Logik in den Maßnahmen sahen, und jene, die formell aufgefordert wurden, das Unternehmen gegen Unterzeichnung eines Vergleichs zu verlassen“, so die Arbeitnehmer:innenvertretungen weiter.
Zugleich bestätigte das Unternehmen gegenüber den Beschäftigten, dass die Website künftig von einer Tochtergesellschaft betrieben werden soll – diese steht jedoch zum Verkauf. Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es bereits potenzielle Käufer:innen. Auch die Entwicklung der neuen Website soll nach Angaben der Geschäftsleitung an ein externes Unternehmen ausgelagert werden. „Gleichzeitig haben wir keine Kenntnis darüber, was mit den historischen Geschäften geschehen wird, die schon vor dem Aufkommen des Internets zum Ansehen der Marke Luisa Via Roma beigetragen haben“, betonen die Gewerkschaftsvertretungen von Luisa Via Roma und Filcams Cgil Firenze.
Insgesamt stehen damit Hunderte von Arbeitsplätzen auf dem Spiel – sowohl direkt als auch indirekt. Neben rund 200 Beschäftigten bei Luisa Via Roma selbst sind etwa einhundert weitere Arbeitnehmer:innen betroffen, die bei einem Subunternehmen im Lager in Campi Bisenzio tätig sind.
„Als Filcams Cgil Florenz und die Gewerkschaftsvertretung von Luisa Via Roma appellieren wir erneut auch an die Institutionen. Sie sollen sich bereits beim nächsten Treffen der Krisenstelle der Region Toskana am 31. März 2026 auf die Seite der Arbeitnehmer:innen stellen. Sie sind diejenigen, die täglich mit ihrem Know-how den wahren Mehrwert jeder Arbeit schaffen.“
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