Künftig ohne Handicap: Adidas verkauft Golf-Ausrüster

Der Sportartikelhersteller Adidas will sich künftig stärker auf seine traditionellen Geschäftsbereiche konzentrieren und versucht daher, seine oft defizitären Sparten-Töchter loszuwerden. Vor allem die Golfausrüster machten dem Konzern in den letzten Jahren immer wieder Sorgen, da sie durch recht schwankende Geschäftsergebnisse immer wieder die Bilanz verhagelten. Außerdem passten die Firmen nie ganz zum Mutterkonzern, der seine Kernkompetenz eher in den Bereichen Fußball, Running und Lifestyle verortet hat.

Nun teilt Adidas mit, dass die Golf-Töchter TaylorMade, Adams Golf und Ashworth an einen US-Investor verkauf werden sollen. Eine feste Vereinbarung sei mit einer neu gegründeten Gesellschaftstochter des Finanzdienstleisters KPS Capital Partners bereits unterzeichnet worden, heißt es. Zudem lässt der Konzern wissen: „Rund die Hälfte des Kaufpreises in Höhe von insgesamt 425 Millionen US-Dollar wird in bar gezahlt. Die restliche Zahlung erfolgt durch eine Kombination aus einer gesicherten Schuldverschreibung und bedingten Gegenleistungen.“

Die Transaktion wird sich nach Ansicht des Managements mit einem nicht-operativen Betrag im hohen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich negativ auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung von Adidas auswirken. Ein durchaus hoher Betrag, der in den Geschäftsergebnissen für das Jahr 2017 als Verlust aus aufgegebenen Geschäftsbereichen erfasst werden soll.

Auch die Eishockey-Marke CCM soll verkauft werden

„TaylorMade ist eine führende globale Golfmarke mit einer außerordentlich starken Marktposition,“ so Adidas-Chef Kasper Rorsted. Im Rahmen der langfristigen Strategie „Creating the New“ liege der Fokus jedoch ganz klar auf den unternehmerischen Kernkompetenzen in den Bereichen Schuhe und Bekleidung und auf den „zwei wichtigsten Marken, Adidas und Reebok“.

So ist es kein Wunder, dass nach der Golf-Sparte noch andere Adidas-Töchter verabschiedet werden sollen. Wie rund um die Adidas-Hauptversammlung am heutigen Donnerstag in Herzogenaurach bekannt wurde, soll auch die Eishockey-Marke CCM verkauft werden. Dieser Verkaufsprozess stehe jedoch erst ganz am Anfang, heißt es aus Konzernkreisen.

Insgesamt sieht sich der Konzern bei den Jahreszielen für die fortgeführten Geschäftsbereiche auf Kurs. Hier soll der Gewinn im Jahr 2017 auf 1,2 bis 1,225 Milliarden Euro steigen.

Foto: Adidas TaylorMade

 

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