Der britische Mischkonzern AB Foods hat die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres dank seines Lebensmittelgeschäfts abfedern können. AB Foods sei von der Pandemie deutlich betroffen, teilte Unternehmenschef George Weston bei der Vorlage seines Zwischenberichts für die 24 Wochen bis zum 29. Februar am Dienstag mit. Bei der Modekette Primark erhielten 68 000 Mitarbeiter in europäischen Ländern Lohnersatzleistungen von Regierungen. Ohne diese wäre das Unternehmen gezwungen, die meisten von ihnen zu entlassen, hieß es.

Normalerweise mache AB Foods monatlich einen Umsatz mit Primark von 650 Millionen britischen Pfund (745 Mio Euro). Seit der Schließung der letzten Filialen am 22. März habe das Unternehmen nichts mehr verkauft. AB Foods habe Maßnahmen eingeleitet, um unnötige Ausgaben zu stoppen.

Auch das Geschäft mit Lebensmitteln sei seit Beginn dieser Pandemie starkem Druck ausgesetzt, jedoch auf eine andere Weise. AB Food produziere in Großbritannien mehr Lebensmittel als jedes andere Unternehmen, sagte Weston. Auch in anderen Ländern sei der Konzern ein wichtiger Lebensmittelproduzent. In den Wochen des Panikkaufs habe AB Food mehr als je zuvor herstellen müssen.

Im ersten Geschäftshalbjahr - bei AB Foods diesmal die 24 Wochen bis Ende Februar - legte der Umsatz im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 7,65 Milliarden Pfund zu. Wechselkurseffekte herausgerechnet wäre es ein Plus von 3 Prozent gewesen. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn stieg um sieben Prozent auf 682 Millionen Pfund.

Die Textilkette Primark konnte die Erlöse auf Basis konstanter Wechselkurse um rund vier Prozent erhöhen. Dabei profitierte der Hennes & Mauritz Konkurrent auch von größeren Verkaufsflächen. Im Modegeschäft eröffnete AB Foods im Berichtszeitraum drei neue Primark-Filialen in Sevilla (Spanien), Mailand (Italien) und Kiel.

Neben dem Einzelhandel mit der Textilkette Primark, die der wichtigste Umsatzbringer ist, ist AB Foods auch im Zucker- und Agrargeschäft aktiv. Das Zuckergeschäft trägt dank höherer EU-Zuckerpreise zu einem weiterhin positiven Ausblick für das laufende Jahr bei. Auch im Agrargeschäft konnte der Konzern den Angaben zufolge in der ersten Jahreshälfte zulegen. Außerdem mischt AB Foods mit Marken wie Twinings-Tee und Mazola-Keimöl in der Lebensmittelindustrie sowie im Geschäft mit sonstigen Zusatzstoffen mit.(dpa)

 

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