Milliardenschwere Tiffany-Übernahme durch LVMH droht zu platzen

Die milliardenschwere Übernahme der US-Edeljuwelierkette Tiffany durch den Luxusgüterkonzern LVMH droht zu platzen. Nach einer Reihe von Vorkommnissen sieht sich LVMH aus heutiger Sicht nicht in der Lage, den Zukauf wie geplant durchzuführen, wie der Konzern am Mittwoch in Paris mitteilte. Zuvor war der LVMH-Verwaltungsrat zusammengekommen, um die geplante Investition im Zuge der jüngsten Entwicklungen zu überprüfen. Tiffany zieht nun dagegen vor Gericht.

Die Tiffany-Anteilsscheine sackten nach der Nachricht im vorbörslichen US-Handel zunächst um rund 15 Prozent ab und lagen zuletzt noch rund 8 Prozent im Minus. Die LVMH-Papiere verloren in Paris rund 1 Prozent.

Tiffany will LVMH verklagen

In den vergangenen Wochen waren am Markt bereits Spekulationen aufgekommen, dass der milliardenschwere Deal platzen könnte, da der Preis zu hoch sei und sich der Abschluss der Transaktion verzögerte. Der Deal war bereits im November vergangenen Jahres vereinbart worden. Zudem hatten beide Unternehmen die Folgen der Corona-Krise deutlich zu spüren bekommen.

Der LVMH-Konzern wurde nach eigenen Angaben inzwischen darüber informiert, dass eine Besteuerung französischer Produkte in den USA drohe. Zudem habe LVMH einen Antrag von Tiffany zur Kenntnis genommen, demzufolge die Frist für den geplanten Zusammenschluss bis Dezember 2020 verlängert werden soll. Bislang sei vorgesehen gewesen, die Transaktion spätestens am 24. November abzuschließen.

Ursprünglich sollte der Deal bereits im August vollzogen werden, Tiffany hatte aber eine Option genutzt und die Frist bis November verlängert. Dem Juwelier zufolge hatte sich LVMH daraufhin das Recht vorbehalten, diese Verlängerung anzufechten.

Tiffany kündigte am Mittwoch an, LVMH zu verklagen, um die Übernahme durchzusetzen. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen die Klage bereits in den USA eingereicht. Die Übernahme von Tiffany wäre mit vereinbarten 16,2 Milliarden Dollar der teuerste Deal in der Geschichte von LVMH. (dpa)

Cindy Ord / Getty Images North America / Getty Images via AFP

 

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