Mister Spex steigert bereinigtes EBITDA um 65 Prozent, Verlust wächst dennoch
Der Berliner Brillenhändler Mister Spex SE hat das erste Halbjahr 2026 mit einem Umsatzrückgang abgeschlossen.
In den ersten sechs Monaten erzielte das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 87,9 Millionen Euro, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Halbjahresbericht hervorgeht. Dieser lag damit zehn Prozent unter dem Vorjahreswert von 97,6 Millionen Euro. Im zweiten Quartal allein sank der Umsatz um elf Prozent auf 47,1 Millionen Euro. Als Gründe führte der Brillenspezialist das schwache Marktumfeld, die gezieltere Steuerung von Promotions-Aktivitäten und den Wegfall der Umsätze aus fünf internationalen Online-Shops an, die das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2025 geschlossen hatte.
Auch der Gesamtmarkt schwächelt. Nach einer Auswertung des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen lag der Umsatz der teilnehmenden Betriebe von Januar bis Mai 7,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Absatzmengen gingen um 11,3 Prozent zurück.
Vor allem das Online-Geschäft gab nach. Die Erlöse des Segments, zu dem aktuell Webshops in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Norwegen (nur Kontaktlinsen) und Schweden gehören, sanken um 20 Prozent auf 52,8 Millionen Euro. Die eigenen Filialen erzielten dagegen ein Umsatzplus von zehn Prozent auf 35,1 Millionen Euro, im zweiten Quartal waren es neun Prozent auf 18,9 Millionen Euro. Flächenbereinigt wuchs das Filialgeschäft im Halbjahr um drei Prozent. Zum Wachstum trugen sechs erworbene Optikgeschäfte sowie Neueröffnungen in Berlin und Hamburg bei.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag im ersten Halbjahr bei minus 2,4 Millionen Euro, nach minus 650.000 Euro im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um einmalige Aufwendungen im Zusammenhang mit strategischen, organisatorischen und systemseitigen Maßnahmen erreichte das EBITDA 3,8 Millionen Euro und lag damit 65 Prozent über dem Vorjahreswert von 2,3 Millionen Euro. Im zweiten Quartal stieg das bereinigte EBITDA um 55 Prozent auf 2,6 Millionen Euro. Im Online-Segment kletterte der Wert im Halbjahr von 900.000 Euro auf 3,8 Millionen Euro.
„Die Ergebnisverbesserung zeigt, dass unser stärkerer Fokus auf Umsatzqualität, Bruttomarge und Kostenbasis Wirkung zeigen. Gleichzeitig bleibt die Stabilisierung der Umsätze eine zentrale Aufgabe für das zweite Halbjahr“, sagte Benjamin von Schenck, CFO von Mister Spex.
Produktion und Logistik gehen an Rodenstock und Arvato
Im zweiten Quartal leitete Mister Spex die Auslagerung von Produktion und Logistik an spezialisierte Partner ein. Rodenstock übernimmt künftig die Produktion verkaufsfertiger Korrektionsbrillen und Sonnenbrillen mit Sehstärke, Arvato verantwortet die wesentlichen Logistikleistungen. Der Produktions- und Logistikstandort in Berlin-Spandau wird zum Ende des Geschäftsjahres 2026 geschlossen. Die Abfindungsvereinbarungen aus dieser Schließung zählen zu den Sonderaufwendungen, die aus dem bereinigten EBITDA herausgerechnet wurden, ebenso wie Maßnahmen in den Bereichen IT-Infrastruktur und Supply Chain.
„Wir richten Mister Spex auf ein datengetriebenes Omnichannel Modell mit einer Asset-Light-Struktur aus“, sagte Tobias Krauss, CEO von Mister Spex. „Der kontinuierliche Verbesserungsprozess bildet den dauerhaften Rahmen, um unser Geschäftsmodell skalierbarer und resilienter aufzustellen und nachhaltig profitables Wachstum mit geringerer Kapitalbindung zu ermöglichen.“
Unterm Strich stand im ersten Halbjahr 2026 ein Verlust von 13,6 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte er 11,6 Millionen Euro betragen, der Verlust wuchs damit um 17 Prozent.
Mister Spex hat seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 bestätigt. Das Unternehmen erwartet weiterhin eine Umsatzentwicklung zwischen null und minus zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie eine bereinigte EBITDA-Marge im Bereich von Break-even bis zu einem mittleren einstelligen Prozentwert.
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