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Mode-Investitionen: Wie Bpifrance Marken auswählt und begleitet

Wie wählt Bpifrance ihre Mode-Investitionen aus? Delphine le Mintier-Jonglez ist als Senior Investment Director für Mode und Luxus Expertin im Bereich French Touch Capital. Sie erläutert für FashionUnited den gesamten Entscheidungsprozess, von den Auswahlkriterien bis zum Kapitaleinstieg.

Bpifrance ist eine öffentliche Investitionsbank. Sie befindet sich im Besitz des französischen Staates und der Caisse des Dépôts. Ihre Aufgabe ist es, die Entwicklung französischer Unternehmen in allen Sektoren zu unterstützen. Dabei werden je nach Branche passende Maßnahmen eingesetzt.

Die Mode ist Teil eines größeren Bereichs, der als Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) bezeichnet wird. Bpifrance fasst diesen unter dem Namen „French Touch“ zusammen.

Die öffentliche Bank verfolgt einen Auftrag von allgemeinem Interesse. Sie engagiert sich manchmal als Erstinvestorin in Segmenten, die von privaten Akteur:innen noch wenig finanziert werden. Sie ist in zwei Hauptbereiche gegliedert: Finanzierung, also Kredite und Garantien, und Kapitalbeteiligungen. Delphine le Mintier-Jonglez ist in diesem zweiten Bereich tätig. Sie arbeitet bei French Touch Capital, dem Fonds für die Kultur- und Kreativwirtschaft, der zum Innovationsbereich von Bpifrance gehört.

Im Modesektor konzentrieren sich die Investitionen auf Initiativen, die die französische und europäische Branche nachhaltig stärken und strukturieren. Diese sollen einen dauerhaften Wert schaffen und sich in eine langfristige Vision einfügen.

Das Profil der Modemarken, in die Bpifrance investiert

„Wir interessieren uns mit erhöhter Selektivität für Bekleidungsmarken. Außerdem für Lifestyle-Marken, die sich in Richtung Outdoor entwickeln können, und für Accessoires-Marken mit hohem Potenzial“, so Delphine le Mintier-Jonglez gegenüber FashionUnited. „Über die Marken hinaus investieren wir in das gesamte Ökosystem. Dazu gehören industrielle, technologische und innovative Projekte, die die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Branche stärken.“

Sie glaubt an „Marken, die eine Resonanz erzeugen“. Das sind Marken, die eine starke kreative DNA besitzen und eine authentische Geschichte erzählen. Sie stützen sich auf ein reiches kulturelles Erbe. „Sie müssen einen fairen und einzigartigen Wert bieten. Heute ist es unerlässlich, dass sie eine gemeinschaftliche und erlebnisorientierte Dimension pflegen. So mobilisieren sie ihr Publikum um eine starke Erzählung herum.“

Beispielsweise war Bpifrance der erste Fonds, der in Ami Paris oder Lemaire investierte. Die Bank begleitet auch weiterhin Projekte wie Officine Générale, Jacquemus oder Satisfy Running.

Neben dieser kreativen Dimension sind die Stärke des Führungsteams und die operative Realisierungsfähigkeit entscheidende Kriterien. Die Teams prüfen vorrangig Unternehmen, die bereits kommerziellen Erfolg und ein strukturiertes Geschäftsmodell vorweisen können. Die Produktpositionierung und die Übereinstimmung von Preis, Qualität und Zielmarkt sind ebenfalls Teil der Analyse.

Wie das Investmentteam von French Touch Capital Marken auswählt

Das Investmentteam von French Touch Capital prüft die Unterlagen. Dies umfasst die Analyse des Businessplans, die Produktpositionierung und die Unternehmensführung. Anschließend werden die Dossiers einem Ausschuss aus erfahrenen Finanzinvestor:innen vorgelegt. Dieser entscheidet über eine mögliche Minderheitsbeteiligung, die in der Regel für fünf bis sieben Jahre geplant ist.

Jedes Jahr prüft das Investmentteam von French Touch Capital rund hundert Dossiers. Davon wird nur eine Minderheit schließlich dem Investitionsausschuss vorgelegt.

„Wir bevorzugen Unternehmen mit einer starken strategischen Vision und einer soliden Unternehmensführung“, erklärt Delphine le Mintier-Jonglez. „Diese wird von visionären und talentierten Führungskräften getragen, die in der Lage sind, ihren Plan umzusetzen. Sie sollten über ein profitables Geschäftsmodell verfügen oder auf dem Weg dorthin sein und internationale Ambitionen haben. Über die exzellente Umsetzung hinaus suchen wir nach Projekten, die einen nachhaltigen, verantwortungsvollen und innovativen Ansatz verfolgen.“

Meistens besteht das Ziel darin, Mittel zur Beschleunigung der Unternehmensentwicklung bereitzustellen, anstatt bestehende Anteile zu kaufen. Diese Prüfungsphase kann sich über mehrere Wochen oder sogar Monate erstrecken. Sie ist von Gesprächen mit den Gründer:innen geprägt.

Die Tätigkeitsfelder des Investmentbereichs von Bpifrance

Das Tätigkeitsfeld des Investitionsbereichs von Bpifrance ist breit. Er begleitet französische Unternehmen jeder Größe, von jungen, wachstumsstarken Firmen bis hin zu etablierten Akteur:innen.

Innerhalb von French Touch Capital decken die Investitionen ein breites Spektrum ab. Dieses reicht von Risikokapital für noch junge Unternehmen bis hin zu Wachstumsfinanzierungen oder Unternehmensnachfolgen.

French Touch Capital verwaltet rund 400 Millionen Euro zur Unterstützung von Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft. In der Modebranche belaufen sich die jährlichen Investitionen in Eigenkapital auf mehrere Millionen Euro.

„Unsere Investitionssummen beginnen bei 500.000 Euro. Sie werden an jede Entwicklungsphase angepasst und als Co-Investment mit anderen Akteur:innen realisiert, wie zum Beispiel Investmentfonds oder Family Offices“, erklärt die Direktorin.

Ziel ist es auch, eine Hebelwirkung zu erzielen, indem weitere private Investor:innen an die Seite der öffentlichen Bank geholt werden.

Über Delphine le Mintier-Jonglez

Nach ihrem Finanzstudium an der Universität Dauphine entschied sich die kunstbegeisterte Delphine le Mintier-Jonglez, dem Institut Français de la Mode beizutreten, um ihre kreative Ader wiederzuentdecken. Mit 24 Jahren kam sie zum von Didier Grumbach gegründeten Fonds Mode et Finance, der später von Bpifrance übernommen wurde. Heute ist sie Senior Investment Director für Mode und Luxus im Team von French Touch Capital. Dieses Team unterstützt die Kreativwirtschaft mit erweiterten Mitteln durch eine Kombination aus Finanzierung und Fachwissen.

Ihre Aufgabe ist es, Unternehmer:innen vor Ort zu unterstützen. Sie hilft ihnen dabei, zu wachsen und ihre Projekte langfristig zu strukturieren. Besonders berühren sie die aufrichtigen Begegnungen mit visionären Kreativen. Auch der authentische Austausch über die französische Kreativität ist ihr wichtig.

Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.

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