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Modeindustrie im Februar 2026: Wachstum unter Druck, Insolvenzen und neue Allianzen

Die Finanzergebnisse der vergangenen Wochen zeichnen ein differenziertes Bild der globalen Modeindustrie. Zwischen robusten Umsatzzuwächsen bei Sport- und Outdoor-Marken, anhaltenden Restrukturierungen im Luxussegment und steigenden geopolitischen Risiken ergeben sich für Führungskräfte in der Modebranche zentrale Handlungsfelder.

Konjunkturelles Umfeld bleibt fragil

Die deutsche Wirtschaft konnte im vierten Quartal 2025 mit einem Wachstum von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal eine technische Rezession knapp vermeiden. Für das Gesamtjahr 2025 verzeichnete das Bruttoinlandsprodukt ein Plus von lediglich 0,2 Prozent. Die Inflation lag im Februar 2026 bei 1,9 Prozent, leicht unter dem Januarwert von 2,1 Prozent. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Februar auf 88,6 Punkte, ein Anstieg um einen Punkt gegenüber Januar. Der deutsche Einzelhandel verzeichnete 2025 ein preisbereinigtes Umsatzplus von 2,7 Prozent, während die Reallöhne um 1,9 Prozent zulegten und damit fast das Vorkrisenniveau von 2019 erreichten. Die Tarifbindung im Einzelhandel liegt allerdings bei nur 23 Prozent, deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von 49 Prozent. Ab April 2026 stehen neue Tarifverhandlungen an, bei denen die Gewerkschaft Verdi Lohnerhöhungen deutlich oberhalb der Inflationsrate fordert.

Sport- und Outdoor-segment als Wachstumstreiber

Die stärksten Finanzergebnisse lieferten erneut Sport- und Outdoor-Marken. Die Schweizer Laufschuhmarke On Holding steigerte ihren Jahresumsatz 2025 um 30 Prozent auf 3,01 Milliarden Schweizer Franken, währungsbereinigt sogar um 35,6 Prozent. Besonders das Bekleidungssegment wuchs mit 68,2 Prozent überproportional, die Region Asien-Pazifik legte um 96,4 Prozent zu. Das bereinigte EBITDA stieg um 46,3 Prozent auf 567 Millionen Schweizer Franken bei einer Marge von 18,8 Prozent. Für 2026 erwartet On ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von mindestens 23 Prozent.

Der finnische Sportkonzern Amer Sports, Muttergesellschaft von Arc'teryx und Salomon, steigerte den Jahresumsatz 2025 um 27 Prozent auf 6,57 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn vervielfachte sich auf 427,4 Millionen Dollar, nach 72,6 Millionen im Vorjahr. Das Wachstum in Greater China betrug 43,4 Prozent. Für 2026 wird ein Umsatzplus von 16 bis 18 Prozent angestrebt.

Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas erzielte 2025 einen Umsatz von 24,8 Milliarden Euro, ein währungsbereinigtes Plus von 13 Prozent. Das operative Ergebnis lag bei rund 2,1 Milliarden Euro. Für 2026 prognostiziert das Unternehmen unter CEO Bjørn Gulden, dessen Vertrag bis 2030 verlängert wurde, einen währungsbereinigten Umsatzanstieg im hohen einstelligen Prozentbereich. Allerdings belasten Zollrisiken und Währungseffekte das Ergebnis mit geschätzten 400 Millionen Euro.

Herausforderungen im Luxussegment und Restrukturierungen

Während das Sportsegment floriert, kämpfen mehrere Unternehmen mit Ergebnisrückgängen und Umstrukturierungen. Der französische Luxuskonzern Kering verzeichnete 2025 einen Rückgang des Nettogewinns um mehr als 90 Prozent. Puma baute 2025 und 2026 Stellen ab und erwartet für 2026 ein EBIT-Minus zwischen 50 und 150 Millionen Euro. Auch der US-amerikanische Online-Luxushändler Saks Global musste eine Insolvenzfinanzierung von rund einer Milliarde Dollar genehmigen lassen, darunter etwa 600 Millionen Dollar für überfällige Lieferantenzahlungen.

In Deutschland eröffnete der Hemdenhersteller Eterna Mode aus Passau am ersten März 2026 ein Insolvenzverfahren mit geplanter Geschäftsaufgabe im Sommer. Die Berliner Marke Les Lunes befindet sich seit Februar in Insolvenz und wurde vom Mannheimer E-Commerce-Unternehmen Snocks übernommen, das damit seine dritte Akquisition aus der Insolvenz abschließt. Der polnische Discounter Pepco beendete sein Insolvenzverfahren in Deutschland Ende Februar mit 36 verbleibenden Filialen, nach ursprünglich 64.

Zölle, Lieferketten und geopolitische Risiken

Die anhaltenden geopolitischen Spannungen beeinflussen die Kostenstruktur der Branche erheblich. US-Zölle auf Importe wurden von zehn auf 15 Prozent erhöht, was zusätzliche Belastungen für die gesamte Lieferkette mit sich bringt. Unterbrechungen im Roten Meer verursachen Umwege über das Kap der Guten Hoffnung mit zehn bis 21 Tagen zusätzlicher Transitzeit. Die Versicherungskosten für Kriegsrisiken im Roten Meer sind von rund 10.000 Dollar auf bis zu 500.000 Dollar pro Fahrt gestiegen. Die Frachtkosten erhöhten sich um 200 bis 400 Dollar je TEU.

Konsolidierung und strategische Partnerschaften

Bemerkenswert war die wachsende Konsolidierungsdynamik im Markt. Der chinesische Sportkonzern Anta erwarb 29,06 Prozent der Anteile an Puma. Der kanadische Aktivbekleidungshersteller Gildan Activewear integriert die übernommene HanesBrands-Sparte und erhöhte das jährliche Synergieziel von 200 auf 250 Millionen Dollar. Der deutsche Süßwarenkonzern Katjes sicherte sich eine 27-Prozent-Beteiligung an der italienischen Luxusmarke Missoni mit Option auf eine Mehrheitsbeteiligung. Die US-amerikanische Kontoor Brands, Mutter von Wrangler und Lee, verbuchte durch die Übernahme von Helly Hansen einen Umsatzanstieg von 21 Prozent auf 3,15 Milliarden Dollar.

Ausblick

Die Branche bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen wachstumsstarken Segmenten und strukturellen Herausforderungen. Während Sport- und Outdoor-Marken von starker globaler Nachfrage profitieren, drücken Zollerhöhungen, Währungsrisiken und Konsumzurückhaltung auf die Margen traditioneller Mode- und Luxusunternehmen. Für Führungskräfte bleibt die strategische Diversifizierung von Lieferketten und Absatzmärkten ein zentrales Handlungsfeld in den kommenden Monaten.


Unternehmensübersicht: Finanzergebnisse im detail

Abercrombie & Fitch (USA): Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2025/26 bei 5,27 Milliarden Dollar (+6 Prozent). Hollister wuchs um 15 Prozent, während die Kernmarke Abercrombie um 1 Prozent zurückging. Nettogewinn sank um 10,5 Prozent auf 506,9 Millionen Dollar. Für 2026 wird ein Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent erwartet.

Adidas (Deutschland): Jahresumsatz 2025 bei 24,8 Milliarden Euro (währungsbereinigt +13 Prozent). Operatives Ergebnis rund 2,1 Milliarden Euro. Prognose 2026: währungsbereinigtes Wachstum im hohen einstelligen Bereich. Aktie seit Februar 2025 um knapp 50 Prozent gefallen.

Amer Sports (Finnland): Jahresumsatz 2025 bei 6,57 Milliarden Dollar (+27 Prozent). Nettogewinn auf 427,4 Millionen Dollar vervielfacht. Prognose 2026: +16 bis +18 Prozent Umsatzwachstum.

Coupang/Farfetch (Südkorea): Gesamtumsatz Q4 2025 bei 8,8 Milliarden Dollar (+11 Prozent). Operatives Ergebnis brach um 97 Prozent auf acht Millionen Dollar ein. Farfetch erzielte erstmals seit der Übernahme ein positives Quartalsergebnis.

Deichmann (Deutschland): Jahresumsatz 2025 bei rund 8,9 Milliarden Euro (+2 Prozent). Rund 4.700 Filialen weltweit, davon 1.300 in Deutschland. Internationaler Anteil am Umsatz bei circa 70 Prozent.

Gildan Activewear (Kanada): Jahresumsatz 2025 bei 3,62 Milliarden Dollar. Q4-Rekord mit 1,08 Milliarden Dollar (+31,3 Prozent). Prognose 2026: sechs bis 6,20 Milliarden Dollar (inklusive vollem Jahr HanesBrands). Synergieziel auf 250 Millionen Dollar erhöht.

Golden Goose (Italien): Jahresumsatz 2025 bei 734 Millionen Euro (+15 Prozent währungsbereinigt). Bereinigte EBITDA-Marge bei 34 Prozent. EMEA wuchs um 18 Prozent, Asien-Pazifik um 17 Prozent.

Kontoor Brands (USA, Wrangler/Lee): Jahresumsatz 2025 bei 3,15 Milliarden Dollar (+21 Prozent, davon 18 Prozentpunkte durch die Übernahme von Helly Hansen). Nettogewinn sank um 7 Prozent auf 227,5 Millionen Dollar. Prognose 2026: circa 3,40 bis 3,45 Milliarden Dollar.

On Holding (Schweiz): Jahresumsatz 2025 bei 3,01 Milliarden Schweizer Franken (+30 Prozent, währungsbereinigt +35,6 Prozent). Bereinigtes EBITDA stieg um 46,3Prozent auf 567 Millionen Schweizer Franken. Nettogewinn sank um 15,9 Prozent auf 203,7 Millionen Schweizer Franken durch Währungseffekte.

Puma (Deutschland): Stellenabbau von rund 20 Prozent in den Jahren 2025 und 2026. Erwartetes EBIT 2026 zwischen minus 50 und minus 150 Millionen Euro. Anta erwarb 29,06 Prozent der Anteile.

SMCP (Frankreich, Sandro/Maje/Claudie Pierlot/Fursac): Jahresumsatz 2025 bei 1,22 Milliarden Euro (+0,5 Prozent). Rückkehr in die Gewinnzone mit 16,6 Millionen Euro Nettogewinn nach 24 Millionen Euro Verlust im Vorjahr. Nettoverschuldung sank um 38 Prozent auf 147,5 Millionen Euro.

Wolverine Worldwide (USA): Jahresumsatz 2025 bei 1,87 Milliarden Dollar (+6,8 Prozent). Nettogewinn verdoppelte sich auf 95,8 Millionen Dollar. Bruttomarge stieg von 44,3 Prozent auf 47,3 Prozent. Prognose 2026: 1,96 bis 1,99 Milliarden Dollar.

Bonita (Deutschland): Einstelliges prozentuales Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2024/25. Positives Nettoergebnis erzielt. Kundenkarte generiert 45 Prozent des Gesamtumsatzes.

Eterna Mode (Deutschland): Insolvenzverfahren am ersten März 2026 eröffnet. Geplante Geschäftsaufgabe im Sommer 2026. Markenverkauf läuft.

Saks Global (USA): Insolvenzfinanzierung von rund einer Milliarde Dollar genehmigt, davon circa 600 Millionen Dollar für überfällige Lieferantenzahlungen.

Kering (Frankreich): Nettogewinn 2025 um mehr als 90 Prozent gefallen. Restrukturierung mit neuen Kompetenzzentren und Führungswechseln eingeleitet.

Dieser Beitrag wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.


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