Modekonzern Gerry Weber weiter im Abwärtstrend - Sanierung im Plan

Der Modekonzern Gerry Weber kämpft weiter mit sinkenden Gewinnen. Auch die Sanierung kostet Geld, sie laufe jedoch nach Plan, teilte das Unternehmen am Dienstag in Halle/Westfalen mit. In der Ende April abgelaufenen ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2015/2016 ging der Überschuss von 21,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 3 Millionen Euro zurück. Der Umsatz stieg zwar um 2,5 Prozent auf 443,6 Millionen Euro, dies gelang aber nur wegen des guten Abschneidens der zugekauften Tochter Hallhuber. Die Kernmarken von Gerry Weber verzeichneten Umsatzrückgänge, sowohl in den eigenen Läden als auch in den Kaufhäusern.

Massiver Konkurrenzdruck durch große Bekleidungsketten wie dem spanischen Inditex-Konzern mit Marken wie Zara oder Massimo Dutti oder dem schwedischen Filialisten H&M belasten Gerry Weber. Dazu kam zuletzt ein in die Jahre gekommenes Erscheinungsbild. Daher hatte Konzernchef Ralf Weber im Februar ein Sparprogramm aufgesetzt, bei dem Filialen geschlossen und etwa 200 Stellen abgebaut werden sollen. 21 von geplant 103 Läden sind bisher geschlossen. Die Umsetzung des Programms verlaufe planmäßig. "Dennoch liegen noch viele Aufgaben und ein schwerer Weg in diesem und nächsten Geschäftsjahr vor uns", sagte Weber laut Mitteilung.

Wie Betriebsratschef Olaf Dieckmann dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) sagte, ist die erste Phase der Restrukturierung abgeschlossen. 95 Stellen werden in diesem Zuge gestrichen, vor allem in den Bereichen Einzelhandel, IT, Buchhaltung und Controlling. Im Herbst gehe es in die nächste Phase, bei der 124 Stellen in Bereichen wie Produktion und der Abwicklung der Kollektionen betroffen seien. Die Abschreibungen im Zusammenhang mit Filialschließungen drückten im ersten Halbjahr mit 2,3 Millionen Euro auf das operative Ergebnis. Dies schrumpfte insgesamt auf 8,4 Millionen Euro (Vorjahr 36,2).

Gerry Weber bestätigte am Dienstag die Prognose für 2016, wonach Umsatz und Gewinn zurückgehen dürften. Der Umsatz soll bei 890 bis 920 (Vorjahr: 920,8) Millionen Euro liegen. Der operative Gewinn (Ebit) soll auf zwischen 10 und 20 (Vorjahr 79) Millionen Euro zurückgehen. (DPA)

 

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