Moss Bros. gibt Fußball-WM die Schuld an schwachen Halbjahreszahlen

Der britische Herrenausstatter Moss Bros. Group Plc. hat die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2018/19 mit enttäuschenden Resultaten abgeschlossen. Das vor allem auf Anzüge spezialisierte Unternehmen gab daraufhin am Freitag eine Gewinnwarnung ab. Die Begründung für die schwachen Zahlen war immerhin einigermaßen originell: Die Erfolge der englischen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland hätten potentielle Kunden „abgelenkt“ und so zu niedrigeren Frequenzen in den Filialen des Unternehmens geführt, erklärte Moss Bros. Zudem klagte der Bekleidungshändler wie viele Mitbewerber über den ungewöhnlich heißen Sommer.

Insgesamt kam Moss Bros. in den Monaten Februar bis Juli auf einen Umsatz in Höhe von 64,5 Millionen Britischen Pfund (72,2 Millionen Euro). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprach das einem Rückgang um 3,3 Prozent. Aufgrund der gesunken Nachfrage in den stationären Stores sanken die Einzelhandelserlöse auf vergleichbarer Fläche um 6,9 Prozent.

Das hatte Auswirkungen auf den Gewinn: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sackte von 7,0 auf 3,7 Millionen Britische Pfund ab. Weil das Unternehmen angesichts der schwachen Umsatzentwicklungen hohe Wertberichtigungsn vornehmen musste und zudem einmalige Restrukturierungskosten anfielen, standen unter dem Strich rote Zahlen: Der auf die Anteilseigner entfallende Nettoverlust belief sich auf 2,1 Millionen Britische Pfund (2,4 Millionen Euro). In der ersten Hälfte des Vorjahres hatte Moss Bros. noch einen Überschuss in Höhe von 2,9 Millionen Britischen Pfund verbuchen können.

Angesichts der vorliegenden Halbjahreszahlen sah sich die Geschäftsführung gezwungen, eine Gewinnwarnung abzugeben: Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn werde im laufenden Geschäftsjahr zwar positiv ausfallen, aber „deutlich unter den gegenwärtigen Markterwartungen von 2,3 Millionen Britischen Pfund liegen“, erklärte das Unternehmen.

Foto: Moss Bros. Facebook-Page