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Nach pandemiebedingten Einbußen: Orsay GmbH beantragt Schutzschirmverfahren

Von Jan Schroder

29. Nov. 2021

Business

Foto: Orsay

Der im badischen Willstätt ansässige Bekleidungshändler Orsay GmbH will sich angesichts finanzieller Probleme infolge der Covid-19-Pandemie im Rahmen eines sogenannten Schutzschirmverfahrens sanieren. Zum vorläufigen Sachwalter des Unternehmens habe das Amtsgericht Offenburg am Freitag den Rechtsanwalt Felix Höpker bestellt, teilte dessen Kanzlei White & Case am Montag mit. Zuvor hatte bereits das Fachmagazin Textilwirtschaft (TW) über den Vorgang berichtet. Demnach musste der Textilanbieter „wegen drohender Zahlungsunfähigkeit im ersten Quartal 2022“ das Verfahren beantragen.

Die Orsay GmbH ist nach Angaben von White & Case „die größte operative Gesellschaft der Orsay-Gruppe“. Sie betreibt demnach das 197 Standorte umfassende Filialnetz in Deutschland und übernimmt darüber hinaus „Zentralfunktionen für diverse Tochtergesellschaften in Österreich, der Schweiz sowie in mehreren osteuropäischen Staaten“. Insgesamt verfügt die Orsay-Gruppe, die wie der Sportartikelhändler Decathlon und die Textilkette Pimkie zur Holdinggesellschaft der französischen Unternehmerfamilie Mulliez gehört, über 705 Stores.

Im vergangenen Jahr sank der Umsatz des Bekleidungshändlers um fast ein Drittel

Der Bekleidungsfilialist musste im Laufe der Covid-19-Pandemie wie viele seiner Wettbewerber empfindliche Umsatzeinbußen verkraften. Nach Angaben von White & Case beliefen sich die Erlöse der Orsay GmbH im Geschäftsjahr 2020 auf 257,2 Millionen Euro. Damit lagen sie um rund 31 Prozent unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019, in dem der Umsatz noch eine Höhe von 373,1 Millionen Euro erreicht hatte.

Die anhaltenden Belastungen durch die Gesundheitskrise veranlassten das Management dazu, den Gang zum Amtsgericht anzutreten. Sascha Bopp, der CEO von Orsay, sieht nun die Chance auf eine Sanierung: „Wir sind überzeugt, dass das Schutzschirmverfahren uns in die Lage versetzt, die unvorhersehbaren Folgen der Corona-Pandemie zu meistern und das Unternehmen für die Zukunft zu stärken“, zitiert ihn die TW.