NGO-Recherche rückt On-Lieferkette in den Fokus

Der Schweizer Laufschuhhersteller On steht im Fokus einer aktuellen Recherche der NGO Public Eye. Thema sind Arbeitsbedingungen und ein Gewerkschaftskonflikt in einer Schuhfabrik im indonesischen Cirebon, die über mehrstufige Zulieferstrukturen auch für On produziert.

Dabei geht es vor allem um den Betrieb Yihong, ein Sublieferant des On-Hauptlieferanten Long Rich. Dort kam es 2025 im Zusammenhang mit der Gründung einer Gewerkschaft zu einem Arbeitskonflikt, in dessen Verlauf 112 Beschäftigte entlassen wurden. On und weitere beteiligte Marken reagierten mit der Prüfung der Vorwürfe, der zeitweisen Aussetzung von Aufträgen sowie der Teilnahme an Vermittlungsgesprächen vor Ort. Die Aufarbeitung erfolgte im Rahmen einer NGO-gestützten Multi-Stakeholder-Vermittlung unter Federführung der Clean Clothes Campaign (CCC), gemeinsam mit lokalen Gewerkschaften und den beteiligten Marken.

Im Ergebnis wurden 64 der entlassenen Beschäftigten wieder eingestellt. Zudem kam es zu einer Einigung zwischen Gewerkschaft und Unternehmensseite, die neben der Rückkehr an die Arbeitsplätze auch ausstehende Lohnzahlungen regelte.

Der Report zitiert auch eine Stellungnahme von On. On verweist darauf, den Fall untersucht und im Rahmen des Lieferkettenmanagements Maßnahmen ergriffen zu haben, darunter einen temporären Bestellstopp beim betroffenen Zulieferer. Zudem habe der Fall zur Weiterentwicklung interner Prüf- und Beschwerdesysteme geführt, insbesondere mit Blick auf mehrstufige Lieferketten.

Die beteiligten NGOs verweisen zugleich auf strukturelle Herausforderungen bei der Durchsetzung von Arbeitsstandards, insbesondere bei Sublieferanten, die nicht direkt in vertragliche Markenstrukturen eingebunden sind. Kritik kommt auch angesichts der Lohnhöhe. Zwar zahle das Unternehmen den gesetzlichen Mindestlohn der Region von umgerechnet rund 130 Schweizer Franken (rund 139 Euro) pro Monat, dieser sei laut Public Eye und CCC aber nicht ausreichend zur Deckung grundlegender Lebenshaltungskosten.

Der Fall dokumentiert einerseits Arbeitsrechtskonflikte in globalen Lieferketten, andererseits aber auch, wie Steuerungsmechanismen gemeinsam aktiv genutzt werden können, um Arbeitsverhältnisse zu verbessern.


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