Picard bleibt nach Finanzspritze in Familienhand

Der Lederwarenhersteller Picard hat sein Fortbestehen mithilfe eines Zuschusses in Millionenhöhe gesichert. Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung soll ab Ende August auf das bisherige Schutzschirmverfahren folgen.

Mithilfe einer siebenstelligen Finanzspritze aus Kreisen der Familie und Freunde soll das Unternehmen weiter in Familienhand bleiben, bestätigt eine Sprecherin des Oberhausener Unternehmens am Montag. Picard erwartet, dass das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung Ende August eröffnet wird und der Sanierungsplan bis dahin fertiggestellt wird. Das Insolvenzverfahren soll voraussichtlich Mitte Oktober abgeschlossen sein.

Picard baut rund ein Drittel der deutschen Stellen ab

Im Mai hatte Picard ein Schutzschirmverfahren beantragt nachdem Umsatzverluste durch die Pandemie das Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht haben. Besonders betroffen ist Picard durch die Turbulenzen und Filialschließungen bei einem seiner Hauptkunden Galeria Karstadt Kaufhof. Wie andere Unternehmen aus der Modebranche musste sich auch der Lederwaren-Spezialist von Mitarbeitern trennen.

Bisher wurde 30 Prozent der Belegschaft in Deutschland entlassen. Die Fertigung mit 20 Mitarbeitern, die die Made-in-Germany-Produkte herstellen, bleibt aber erhalten, so die Sprecherin. Insgesamt arbeiten derzeit circa 150 Mitarbeiter für Picard in Deutschland, international beschäftigt der Taschenproduzent laut Angaben auf seiner Website etwa 2000 Mitarbeiter.

Das verkleinerte deutsche Team von Picard muss sich auch einen neuen Standort innerhalb von zwei Jahren suchen. Das bisherige Betriebsgelände wurde während des Schutzschirmverfahrens veräußert.

Bild: Picard

 

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