Der irische Textildiscounter Primark hat sein Förderprogramm für nachhaltige Baumwolle auf ein zweites Beschaffungsland erweitert und bezieht diese jetzt außer aus Indien auch aus Pakistan, einem wichtigen Beschaffungsland für das Unternehmen mit optimalen Anbaubedingungen und einer etablierten Textilindustrie. Dazu hat Primark mit Landwirtschaftsexperten von CottonConnect und der örtlichen NGO REEDS (Rural Education and Economic Development Society) zusammengearbeitet, um das Programm in Pakistan einzuführen. Dies gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung vom 21. September bekannt.

„Wir sind sehr stolz auf das Sustainable Cotton Programme und freuen uns, unsere Erfahrung in Indien nutzen zu können, um FarmerInnen in Pakistan zu schulen und zu unterstützen. Wir haben uns bewusst auf Regionen konzentriert, die bereits von unseren Zulieferern genutzt werden, damit wir so schnell wie möglich noch mehr Baumwolle aus nachhaltigem Anbau in unsere Lieferkette aufnehmen können. Die Expansion nach Pakistan ist für uns der logische nächste Schritt, um uns weiterhin auf dem Weg zu 100 Prozent nachhaltiger Baumwolle in unserer Lieferkette zu bewegen“, kommentierte Katharine Stewart, Direktorin für Ethischen Handel und ökologische Nachhaltigkeit bei Primark.

Primark führte vor einem Jahr unter dem Label ‘Primark Cares’ die ersten Produkte aus nachhaltiger Baumwolle ein, die von unabhängigen Farmerinnen im nordindischen Gujarat angebaut wird. Das Unternehmen entschied sich für Damen-Pyjamas, da dies eine seiner beliebtesten Produktserien ist; jedes dritte Paar Damen-Pyjamas wird in Großbritannien heute bei Primark gekauft. Im letzten Jahr wurden 4,4 Millionen Paar der ‘Primark Cares’-Pyjamas verkauft und weitere Bekleidungs- und Heimartikel aus nachhaltiger Baumwolle sollen hinzukommen.

Das Primark Sustainable Cotton Programm wurde entwickelt, um nachhaltige Baumwolle vom Feld bis ins Geschäft zu verfolgen und um Baumwollanbauerinnen mit kleinen Farmen in nachhaltigen Anbaumethoden auszubilden. Sie werden von CottonConnect in den für ihr Land am besten geeigneten Anbautechniken geschult; von der Saatgutauswahl, der Aussaat, dem Boden-, Wasser-, Pestizid- und Schädlingsmanagement bis hin zur Ernte, der Faserqualität sowie der Sortierung und Lagerung der geernteten Baumwolle. Die Zusammenarbeit beginnt ganz am Anfang der Lieferkette und ermöglicht es Primark, die Baumwolle durch alle Stufen der Lieferkette nachzuhalten, vom Anbau über die Fabriken der Zuliefererer bis hin zu den Verkaufsregalen im Geschäft.

Nach dem Erfolg des ersten Jahres, das den Verkauf von 4,4 Millionen Paar Primark Baumwollpyjamas aus nachhaltig bezogener Baumwolle sah, wurde das Programm jetzt auf 20.000 unabhängige Farmerinnen und Farmer in Pakistan ausgeweitet. Bis 2022 sollen mehr als 30.000 von ihnen in das Programm aufgenommen werden und nachhaltige Anbaumethoden für Baumwolle wie oben beschrieben erlernen.

„Seit 16 Jahren arbeiten wir daran, das Leben in ländlichen Gemeinden in Pakistan zu verbessern. Dies ist das erste Mal, dass wir bei einem unserer Programme mit einem großen Modehändler zusammenarbeiten. Durch die Partnerschaft mit Primark und CottonConnect können wir Tausende von FarmerInnen und deren Familien in den pakistanischen Regionen Punjab und Sindh unterstützen“, erklärte Shahid Saleem, Executive Director von REEDS.

„Wir freuen uns, unsere Zusammenarbeit mit Primark fortzusetzen und mehr BaumwollfarmerInnen in nachhaltigen Anbaumethoden auszubilden. Wir sehen ein enormes Potenzial in der pakistanischen Landwirtschaft und freuen uns auf eine enge Zusammenarbeit mit REEDS um ein Programm zu entwickeln, das die Bedürfnisse der lokalen BaumwollfarmerInnen erfüllt“, erklärte auch Alison Ward, Geschäftsführerin von CottonConnect.

Primarks Programm im nordindischen Gujarat wurde 2013 gestartet. An ihm nahmen bisher mehr als 6.000 unabhängige Baumwollbäuerinnen teil. Nach Abschluss der Ausbildung konnten sie eine durchschnittliche Gewinnsteigerung von fast 200 Prozent und eine Steigerung der Erträge von 10 Prozent erreichen. Zudem verringerten sich die Investitionskosten um fast 16 Prozent und der Einsatz chemischer Düngemittel und Pestizide um fast 25 Prozent beziehungsweise mehr als 50 Prozent. Auf diesem Erfolg aufbauend können auch die Anbauer in Pakistan mit ähnlichen Ergebnissen und einer Steigerung ihrer Gewinne und Erträge rechnen.

Fotos: CottonConnect / Primark
 

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