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René Lezard: Anleihegläubiger sollen große Zugeständnisse machen

Die René Lezard Mode GmbH plant eine umfassende Restrukturierung ihrer Finanzverbindlichkeiten. Im Rahmen des Konzepts, dass der Bekleidungsanbieter aus Schwarzach am Dienstag vorstellte, soll ein nicht namentlich erwähnter Investor eine Schlüsselrolle spielen. Eine Voraussetzung für die Umsetzung des Plans ist nach Angaben des Unternehmens, dass sich die Zeichner der Anleihe zu großen Zugeständnissen bereit sind.

Gründe für die Maßnahmen sind Verluste im vergangenen Geschäftsjahr in Höhe 2,8 Millionen Euro und das Auslaufen der aktuellen Bankenfinanzierungen im März 2017. Angesichts dieser Tatsachen habe die Geschäftsführung „in den vergangenen Monaten umfangreiche Verhandlungen mit diversen potentiellen Finanzierungspartnern geführt und sich nun mit einem dieser Verhandlungspartner in einem verbindlichen Termsheet über die wirtschaftlichen Konditionen der Folgefinanzierung geeinigt“, teilte das Unternehmen mit.

Die Zeichner der Anleihe sollen auf vierzig Prozent ihrer Forderungen und Zinszahlungen verzichten

Eine wesentliche Voraussetzung für den Einstig des Investors ist die radikale Umstrukturierung der 2012 ausgegebenen Unternehmensanleihe: Ihre ursprüngliche Laufzeit, die im November 2017 endet, soll demnach bis 2050 verlängert werden. Voraussichtlich im kommenden Januar will das Unternehmen den Zeichnern vorzeitig 35 Prozent des Nominalwertes ihrer Papiere zurückzahlen, weitere Teilrückzahlen sind „zu für die Emittentin vergünstigten Konditionen“ bis Ende 2024 vorgesehen. Allerdings sollen die Anleihegläubiger von vornherein auf die Rückzahlung von vierzig Prozent des ausstehenden Nominalbetrags verzichten. Außerdem sollen die vereinbarten Zinszahlungen bis Ende 2025 ausgesetzt werden. Die Anleihegläubiger müssen den vorgeschlagenen Maßnahmen allerdings noch zustimmen. Die Gelegenheit dazu sollen sie vom 17. bis 20. Oktober erhalten, eine Versammlung ist nicht vorgesehen.

Die Zugeständnisse sind Voraussetzung für den Einstieg eines noch nicht bekannten Investors

„Wir haben alle Kräfte darauf konzentriert, die Interessen der Anleihegläubiger durchzusetzen. Trotz der geforderten und auch erheblichen Sanierungsbeiträge bietet unser Konzept deshalb für die Anleihegläubiger klare Vorteile und erscheint auch im Vergleich zum möglichen Verkauf der Anleihe über die Börse alternativlos“, erklärte Heinz Hackl, der Sprecher der Geschäftsführung, in einer Mitteilung. Er sei daher „zuversichtlich, dass die Mehrheit der Anleihegläubiger unseren Vorschlägen folgt“.

Neben Zugeständnissen der Anleihegläubiger sind „Sanierungsbeiträge der Banken“ sowie der „Verkauf der besicherten Bankverbindlichkeiten an den Finanzinvestor“ Bestandteile des Restrukturierungspakets.

Foto: René Lezard